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NECROPHOBIC - Mark Of The Necrogram

VÖ: 23. Februar 2018
Century Media

Gefühlte Ewigkeiten habe ich meine Fingernägel unbarmherzig in die Wand gegraben, gewartet und gehofft. Dann kam diese unscheinbare, kleine, aber bedeutungsschwangere Nachricht, wer denn wohl die neue Necro... ich, ich, ich will die machen! Scheiße nochmal, her damit!
Dass mir das Wasser bereits wie ein Rinnsal aus dem Mundwinkel sabberte, brauche ich nicht zu erwähnen. Ich war nach der saustarken Watain wirklich bespannt, was die Jungs um Drummer Sterner da entgegensetzen können.
Ich warne hier nun auch mal alle vor: Das ist nicht direkt ein Review, das ist eine Liebeserklärung! Ein Verbeugen vor einer Dauerleistung, welche es so eher selten gibt, denn Necrophobic haben noch nie irgendwas Schlechtes auf die abgefuckte Menschheit losgelassen. Trotz Besetzungsschwierigkeiten und anderen Pannen, treibt man den Namen Necrophobic unaufhaltsam in die offenen Wunden unserer verrottenden Gesellschaft. Ich denke, ihr wisst bereits, wo die Reise hingeht?! Richtig, es geht abwärts, direkt in das pulsierende Herz der Unterwelt. Voller Leidenschaft reißen die fünf Schweden einen mit in den Schlund der Hölle und brandmarken jenes schwache Fleisch unter ihrer Führung. Das neue Album zementiert hier eindrucksvoll, welche Stellung diese grandiose Band irgendwo zwischen Death und Black Metal innehält. Das Gespann Ramstedt/Bergebäck (Guitars) zockt nicht irgendwie gefällig aus dem Ärmel, es erschafft kleine Kunstwerke, welche zusammen ein Gemälde ergeben. Sterner und Fridberg treiben unbarmherzig an, sind die Peitsche auf der nackten Haut der anderen. Und Rückkehrer Anders Strokirk (24 Jahre nicht in der Band gewesen!): Er leiht den Dämonen, den Bringern des Untergangs seine bravourösen Stimmbänder, wie man es besser nicht machen könnte. Unfassbare geile Dissection Riffs (wobei Necrophobic einen Vergleich gar nicht nötig haben, das sei hier ausdrücklich gesagt) in "Tsar Bombar", zum Niederknien geile Soli, welche in der Art besonders Dismember drauf hatten (Reunion please!) und halt das unnachahmliche Zusammenspiel, für das ich die Schweden immer schon geliebt habe. Necrophobic zeigen hier ihre unglaubliche Stärke, ihren Hunger, ihre totale Hingabe. "Under A Dying Sun", "Pesta" oder, oder, oder … es ist völlig egal, worauf man sich hier festnageln will, kein einziger Song fällt aus dem Rahmen.
Welcher coole Booker hat Eier in der Hose und stopft Watain mit den Jungs hier in einen schicken lila Bus und jagt die auf Tour. Die Route habe ich schon mal vorgegeben: Hamburg, Bremen, Osnabrück, Essen! Danke dafür!
Eine Scheibe des Jahres wird es für mich 2018 nicht geben, ich hab jetzt schon zwei! (oem)

10/10