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NECRYTIS - CountersigHns

VÖ: 22. September 2017
Pure Steel Publishing

Beim Namen Toby Knapp kommen mir sofort Onward in den Sinn, die Anfang der 2000er zwei bockstarke Heavy/Power Metal-Alben rausbrachten und im Untergrund ordentlich Euphorie versprühten. Nicht zuletzt auch durch die Stimme des späteren Crescent Shield-Sängers und leider viel zu früh verstorbenen Michael Grant (R.I.P.). Kurze Nachforschungen ergeben, der gute Toby hat seitdem alles andere als auf der faulen Haut gelegen. Ich halte mich derweil an sein neuestes Output "CountersigHns" und bin heilfroh, dass ich dieses Album bei der Veröffentlichungsflut nicht beiseite gewischt habe.
Das Cover verspricht schon "Modernes", Zukunftsorientiertes - das trifft zumindest auf die Produktion und auf Toby's Schneidbrenner-Gitarrensound zu. Der Rest ist jedoch echt geiler up to date US Heavy/Power Metal, der entgegen des "der Gitarrist hat das Sagen"-Klischees amtlich songorientiert daher kommt und sich auch was traut. Neben klassischen Statements wie "In Ascent", "Palace Of Agony" oder "Nova Meridian" sind es "Sentry's Scream" und "My Asylum", die aufzeigen, wie man mit einfachsten Mitteln und dem richtigen Herz in der Umsetzung echte Hammertracks loslassen kann. Großen Anteil hat (wie auch damals bei Onward) der Sänger. Einen Michael Grant-Klon hat man gar nicht erst gesucht, sondern in Shane Wacaster (zugleich auch der Drummer!) eine eigenwillig klare Stimme gefunden, die man (wenn auch sehr hochgegriffen) mit Psychotic Waltz oder alten Fates Warning in Verbindung bringen könnte. Die Andersartigkeit hilft auch bei etwas spezielleren Songs wie "God As Electric" oder "Daemon Angelus". Hier haben sich Musiker getroffen, die zusammen gehören und ein Album in die Runde geworfen haben, welches bei der "True"-Gemeinde definitiv seine Abnehmer finden wird! Ein Auftritt auf den einschlägigen Festivals wäre meines Erachtens mehr als wünschenswert! (sw)

8/10