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NECRYTIS - Dread En Ruin

VÖ: 29. Juni 2018
Pure Steel Records

Was muss dieser Mann für einen Ideenreichtum im Schädel haben. Toby Knapp, den meisten bekannt durch die beiden (als Juwelen des US Metal gehandelten) Onward-Alben aus den Neunzigern, präsentiert auf dem "CountersigHns"-Nachfolger ein filigranes Melodien- und Riff-Feuerwerk, dass einem fast schwindelig wird ... gerade mal ein dreiviertel Jahr nach dem Debüt! Wer nur beim bloßen Blick auf die Spielzeit (sechs Songs in knapp 50 Minuten) etwas Angst bekommt, den kann ich aber beruhigen. Verkopft oder gar anstrengend ist hier keine einzige Sekunde, vielleicht fordernd, weil hier echt was passiert. "Dread En Ruin" lebt von der cleveren, ja herausragenden Gitarrenarbeit Knapps. Immer wieder ein starkes Riff, immer wieder eine geile Melodie, alles Schlag auf Schlag, alles so angenehm im Fluss. Eigentlich unmöglich, irgendetwas hier hervorzuheben, geschweige denn einen bestimmten Song als absolut "outstanding" zu bezeichnen. Vielleicht auf persönlicher Ebene … denn was das kongeniale US-Duo im passend betitelten "Call Us Insanity" treibt, zaubert mir ein permanentes Grinsen in die Visage. Toby entlädt hier exquisite Riffs wie ein Geysir, webt ohrwurmartige Melodien hinein und Sänger (und gleichzeitig Drummer) Shane Wacaster folgt ihnen in die entlegendsten Winkel, als wäre es das Einfachste auf der Welt. Der Mann mit einer Klangfarbe aus Psychotic Waltz, Fates Warning und Helstar tönt sowohl einzigartig, als auch eigenwillig - geneigte US Metal Fans gehen darauf ja schon seit dem Debüt steil …
Und zum ersten Mal ist es mir egal, was die Zukunft bringen wird. Nahe an der Perfektion verzaubert mich "Dread En Ruin" bei jedem erneuten Durchlauf. Abnutzungserscheinungen sind nicht mal ansatzweise in Sicht, eine permanent anhaltende Glückseligkeit, die gewürdigt werden muss - 9,5 fette Punkte! (sw)

9,5/10