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OBLITERATION - Cenotaph Obscure

VÖ: 23. November 2018
Indie Recordings

Jetzt ist auch klar, warum ich nichts Neues von Nekromantheon höre. Neben dem Black Viper-Debüt, musste ja auch mal wieder ein neues Obliteration-Album her. Darauf warteten die Fans schließlich satte fünf Jahre. Und mir scheint, das Warten hat sich gelohnt. Aber im Ernst - was Fenriz liebt, kann doch gar nicht schlecht sein, oder?! Zugegeben, der umherwirbelnde Riff-Wahnsinn, die infernalischen Vocals und die hakenschlagenden "wo kommst du her/wo willst du hin/wieso treffen wir uns hier"-Songstrukturen können kurzzeitig für Schnappatmung sorgen, aber es sind bärenstarke Songs und dass hier keine Dilettanten am Werk sind, hört man auch mit einem Ohr. Das kurze "Orb" gibt beängstigend ruhig für einen Moment Zeit zum Verschnaufen, doch danach zerbirst die letzte Blockade im Hirn und man steckt mittendrin in einem niederschmetternden Death Metal-Orkan. Mit welcher spielerischen Leichtigkeit (siehe: Nekromantheon) hier Old School auf neuen Wegen zelebriert wird, lässt schwer staunen. Faszinierend, wie hier Riffverbeugungen vor Possessed oder Autopsy mit an Fanatismus grenzender Detailverliebtheit und technischem Können (ohne Mathematik-Studium!) in die Zukunft transportiert werden, ohne dabei den ursprünglichen Spirit vermissen zu lassen. "Eldritch Summoning", "Detestation Rite", "Onto Damnation", "Charnel Plains" machen dann unmissverständlich klar, dass 8,5 Punkte auch ohne Kennen des Backkatalogs vollends gerechtfertigt sind … Fenriz würde mir für "so wenig" aber wahrscheinlich Drohbriefe schicken. (sw)

8,5/10