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OBSCENITY - Retaliation

VÖ: 27. Mai 2016
Kolony Records

Nur nicht in den Sack hauen, dachten sich Obscenity und donnerten uns vor knapp vier Jahren mit "Atrophied In Anguish" in runderneuertem Line Up ein Hammer-"Comeback"-Album vor den Latz. Meinem Lokalpatriotismus war es nicht geschuldet, dass ich dicke neun Punkte vergab. An denen halte ich nämlich nach dem Kontroll-Listening weiterhin fest. Ist "Retaliation" also so viel schlechter? Oh nein! Es ist ein vollwertiges Obscenity-Album nach Maß. Mit genau dem Death Metal, mit dem sie bei der US-Fraktion spätestens seit "Intense" (2000) offene Türen einrennen. Da macht "Retaliation" keinen Unterschied. Zehn Mal gibt es den präzise geschwungenen, groben Knüppel. Stilistisch brauche ich hier niemandem mehr etwas erklären. Allein das Eröffnungstrio aus "Claustrophobic Hell", "Embracing The Plague" und "Whore Of Secret" mäht gleich mal alles weg, was nicht vernünftig verwurzelt ist und zeigt eindrucksvoll die Handschrift meiner Oldenburger. Ja, da bin ich immer noch ein wenig Fanboy. Aber als Fan der ersten Stunde ("Age Of Brutality" - hach, wat schön) darf ich vielleicht auch etwas pingelig sein und ganz wertfrei anmerken, dass für mich "Atrophied In Anguish" in sich kompakter und direkter klang. Kleine zufällige Erkenntnis am Rande: "Atrophied In Anguish" hatte nur zwei Songs über vier Minuten, "Retaliation" nur zwei Songs unter dieser Marke. Und ich persönlich mochte den amerikanischen Charme von Jeff Rudes. Nichtdestotrotz ist der hier röhrende Tobias Müller eine amtliche Marke und rückt mit seinem tiefen Organ das Material wieder mehr in Richtung der Zeit mit Ur-Fronter Oliver Jauch.
Und nu?! Meckere ich nur oder ist "Retaliation" ein bärenstarkes Album?! Ist es, meine Lieben, ist es! Nur in meinem Universum … ach, habt ihr ja gelesen. Aber was weiß ich kleiner Nerd schon. (sw)

8/10