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OCEANS ATE ALASKA - Lost Isles

VÖ: 27. Februar 2015
Fearless Records

Heute gibt es wieder mal was zum Ohren durchpusten. Oceans Ate Alaska aus dem verregneten Birmingham bringen ihren Debüt-Longplayer "Lost Isles" in die heimischen Wohnzimmer der Welt. Ein Gemisch aus Metalcore und progressiver Disharmonie nennt das Quintett sein Eigen. Nach zwei EP's ist es nun endlich an der Zeit, ein ganzes Album folgen zu lassen und so haben es 13 Songs auf die neue Platte geschafft. Allen voran tritt dabei der Song "Blood Brothers", die erste Singleauskopplung, und dabei auch in einer gewissen Weise der richtungsweisende Song. Auch als Opener auf dem Song, folgt er dem Intro und verkörpert das Album wirklich ausdrucksstark. So haben wir hauptsächlich One-Liner in den Lyrics, die wirklich hängen bleiben werden, allerdings sind diese auch umwerfend gewählt. Explosiv wird mit "Taste The Blood Of Your Brother" ein Satz, der tagelang nachklingen kann und nachdenklich macht, in den Raum geworfen und lässt einen baff stehen. Gleichzeitig werden Off-Beat-Riffs, also Notenanschläge, die das normale Taktgefühl bewusst ignorieren, verwendet. Gerade im progressiven Bereich eher üblich, kommt es im "normalen" Metalcore wirklich selten vor und bringt gekonnte Abwechslung rein, ohne dem Song seine Struktur zu nehmen. Die Stimme bewegt sich auf einer großer Spannweite von Kehlkopf-Schreien (Screeching), bis hin zu gutturalen Growls. Durch die schnellen und harten Wechsel der Stimmlagen, wirkt es teilweise so, als wären zwei Sänger gleichzeitig beteiligt. Cleans werden nur sporadisch verwendet, stattdessen sind die Songs eher technisch anspruchsvoller ausgelegt und verlangen dem Hörer meist etwas mehr Aufmerksamkeit ab, als klassische Ohrwurm-Hooks, die typischer für die heutige Metalcore-Szene geworden sind. Das wahrscheinlich Irritierenste am ganzen Album ist das Interlude "Equinox". Es ist quasi Fahrstuhlmusik. Einfach nur Fahrstuhlmusik, die zwar irgendwann in Gitarrenanschläge mündet, allerdings habe ich bis heute nicht verstanden, warum das jeder macht. Abgesehen davon ist das Album komplett solide, manche Stellen unglaublich stark und einprägsam, andere weniger, aber für ein Debütalbum wirklich überzeugend. (zeo)

8/10