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OPHIS - The Dismal Circle

VÖ: 20. Oktober 2017
FDA Records

Zu einem Ophis-Auftritt las ich letztens einen doch recht ironischen Kommentar im Netz: "Zweieinhalb Riffs und ein mittelmäßiger Sänger hieß damals nochmal ab in den Proberaum und fleißig üben."
Nun, "damals" gab es bestimmt noch keinen Doom Death und kein Klientel, welches sich dieser reduzierten Kunst hingebungsvoll widmete. Somit hätten wir das auch geklärt (… und ich grinse immer noch …) und erfreuen uns am neuen, mit 63 Minuten Spielzeit abermals opulenten Longplayer unserer Hamburger Vorzeige-Doom Deather. Zugleich stellt "The Dismal Circle" das Debüt unter neuer Label-Flagge dar und man hat das Gefühl, als wollte die Band zu diesem Anlass erst Recht die Extreme aus sich herauskitzeln, die Macht der Simplizität sich vollends entfalten lassen. Dass man auf die Ophis-typischen und sehr beliebten Geschwindigkeitsexplosionen dieses Mal bis zum letzten Song "Shrines Of Humiliation", nun ja, "warten" muss, spricht Bände. Auf Album Nr. 4 pflügt das Quartett wirklich ganz tief und ganz schwer. Egal, ob man nach unentdeckten Abartigkeiten schürft ("Engulfed In White Noise", mit verstörenden Samples am Anfang) oder immer wieder mit simplen, aber schaurig-schönen Melodien die zermarterte Seele besänftigt ("Carne Noire", das große "Dysmelian"-Finish, die "Ephemeral"-Akustik-Passage). Am Ende steht abermals ein mächtiges Werk einer Band, die ihren Weg seit je her geht und immer wieder große Qualität abliefert. Ein Kleinod der Ausweglosigkeit ... und wie bezeichnend es doch ist, dass das letzte abgrundtief gegrowlte Wort dieser CD "emptiness" lautet. (sw)

8,5/10