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OSSUARIUM - Living Tomb

VÖ: 01. Februar 2019
20 Buck Spin

Finnland! Nein? Verdammt! Schon Tomb Mold aus Kanada (eines der Death Metal-Highlights des letzten Jahres!) sind ein Kandidat für geografische Fehleinschätzung. Und auch bei Ossuarium aus Portland/Oregon könnte man über finnische Vorfahren orakeln, die sich gerne Autopsy oder Incantation einverleibt haben. Mit den ersten Tönen von "Blaze Of Bodies" habe ich ehrlich gesagt nichts Großartiges erwartet. Tiefes Riffing, noch tiefere Vocals, ein paar morbide bis schräge Leads/Harmonien und amtlicher Hang zum Doom Death. So weit, so gut, so tot. Aber schon die beiden "back to back"-Totengräber "Vomiting Black Death" und "Corrosive Hallucinations" fordern die volle Aufmerksamkeit ein. Speziell der Erstgenannte setzt rückblickend den Gesamtton für die vollen 40 Minuten des Albums. Enorm abwechslungsreich, ungewöhnliche und besonders unerwartete Tempowechsel in einem unwiderstehlichen Groove, sind das Salz in der Suppe. So fräsen sich die Songs fast schon hinterlistig ins Kleinhirn, reißen immer wieder am Nacken und haben zwischendurch sogar Zeit, ein paar ruhige Passagen als zusätzlichen Gegenpol einzubauen. Selbst ein fast cleanes Solo wie in "Writhing In Emptiness" kann dem Sound das Unheimliche, das Verschrobene nicht nehmen, sondern vertieft diese Wahrnehmung sogar noch. Und dann noch "End Of Life Dreams And Visions Pt. 2" als Grande Finale und wie von Geisterhand ist sonnenklar, warum die Band Ossuarium heißt (einfachmal googlen) und sich sogar Altmeister Dan Seagrave für das Signature-Cover verantwortlich zeigt - es passt einfach alles zusammen. (sw)

8/10