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PAGANLAND - From Carpathian Land

VÖ: 04. November 2016
Svarga Music

Es ist noch gar nicht so lange her, da lag der Vorgänger "Fatherland" auf meinem Bürotisch. Eine wundervolle Platte mit einem sehr epischen Gesamtklang, viel Abwechslung und Songs, die zum Schwärmen einladen, mit einer ordentlichen Prise Pagan gespickt und ein klein wenig Black Metal.
Mit der nun erscheinenden Platte "From Carpathian Land" schlägt man nun eine komplett andere Richtung ein. Vorbei ist die Zeit der harmonischen, getragenen Klargesänge, vorbei die Zeit von überwiegend im Niedrigtempo angesiedelten Werken. Nach dem kurzen, aber noch sehr bombastischen Intro wird gleich die Blastbeat-Keule geschwunden, dass es nur so scheppert. Den vormals bekannten Klargesang hat man nun komplett aus dem Repertoire gestrichen und bedient sich durchgängig dem klassischen Black Metal Gekeife. Was geblieben ist, sind die Keyboards, die mit leicht folkloristischen Klängen weiterhin das musikalische Gesamtbild dominieren. Ein wenig scheint es so, als hätte man sich klanglich an die Kollegen der ebenfalls aus der Ukraine stammenden Nokturnal Mortum angenähert. Diese Vermutung ist auch gar nicht mal so unwahrscheinlich, schließlich waren Paganland zuletzt noch auf der Compilation "22 Years Among The Sheep" vertreten, einer Compilation zum 22-jährigen Bestehen eben genannter Nokturnal Mortum, auf der sich ein wahres Potpourri an Genrekollegen an Eigeninterpretationen dieser Truppe versuchten. Der Beitrag von Paganland erinnerte dennoch eher an das Vorgängeralbum "Fatherland". Im Bezug zu Nokturnal Mortum fällt weiterhin die Veränderung des Bandlogos auf, dass nun eklatante Ähnlichkeiten zu dem, ebenfalls noch nicht allzu lange existierenden Logo, auftreten. Zufall? Ich denke nicht. Aber was soll man sagen? An der "dezenten" Stilveränderung ist absolut nichts auszusetzen, denn das neue Klanggewand steht den Kollegen von Paganland absolut vorzüglich und wirkt weder aufgesetzt, noch kopiert. Der Sound ist immer noch sehr eigen und absolut charakteristisch Paganland und die Songs sind allesamt gelungen und gehen ordentlich in den Nacken.
Wer sich allzu sehr auf den Sound der Vorgänger eingeschossen hat, der wird zwar ein klein wenig enttäuscht sein, lässt man sich aber auf "From Carpathian Land" ein, entfaltet es sich zu einem wundervollen schwarzmetallischen Epos mit einer unvergleichlichen Atmosphäre. Da ist man doch gleich gespannt, wohin die Reise denn als nächstes geht. (cl)

8/10