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PARADISE LOST - Medusa

VÖ: 01. September 2017
Nuclear Blast

Seit 1988 machen Paradise Lost einfach was sie wollen. "Uns ging es, ohne viel nachzudenken, immer darum, Musik zu machen, die wir selbst hören.", Originalton Nick Holmes. Mitbegründer des Gothic und Erneuerer des Doom, zwischenzeitlich im Wave unterwegs, hat die Band wie wohl kaum eine andere immer den Weg beschritten, den sie wollte. Allein dafür gehört ihnen mein voller Respekt. Ich mag Menschen, die tun, was sie wollen, ohne sich Zwängen zu unterwerfen. Mein Einstieg zur Musik von Paradise Lost war "Believe In Nothing" von 2001, aus aktuellem Anlass wieder gehört, auch heute noch ein feines Album aus der ruhigeren Phase der Band. "Medusa" ist ebenso wie das Vorgängeralbum "The Plague Within" eines der härteren Sorte. Doom und Death Metal geben sich die Klinke in die Hand und jeder Fan, der befürchtet hat, es käme ein erneuter Richtungswechsel, darf beruhigt dieses Album kaufen. Ihr härtestes Album der Neuzeit? Definitiv ja. Besonders ist, wie diese Härte umgesetzt wird. Ich bin nicht unbedingt ein Fan von Death Metal, aber in dieser Form höre ich gerne zu. Der Schwermut, der den Songs inne wohnt, hat immer einen Silberstreifen am Horizont, auch wenn man sehr genau hinsehen muss, um ihn zu entdecken - er ist da. Die Idee zu dem Album stammt von dem amerikanischen Schriftsteller Jack London. Nick Holmes faszinierte die vollkommen fehlende positive Bedeutung der Figur der Medusa. "Der Versuch. nicht in ihre Augen zu blicken, repräsentiert das Verlangen danach, die augenblicklich deprimierende Realität zu verdrängen, dass das Universum bedeutungslos ist.". Keine Sorge ich habe den Satz auch fünfmal lesen müssen und bin mit der Deutung noch nicht fertig, aber es klingt hoffnungslos. Die Entscheidung, nicht in ihre Augen zu sehen, nicht zu Stein zu werden, ist offensichtlich keine wirkliche Alternative. Genau so klingt die Musik von Paradise Lost im Jahr 2017. (stl)

9/10