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PARADOX - Tales Of The Weird

VÖ: 14. Dezember 2012
AFM Records

Beim Blick auf das Plakat eines neuen Festivals sinniere ich über die deutsche Thrash Metal Geschichte: "The Big Teutonic 4" - Kreator, Sodom, Destruction, Tankard. Ja ja, weil sie die Startschussgeber waren. Eine Band wie Paradox rutscht aber als großer Nachfolger immer wieder mal durch das Raster. "Product Of Imagination" (1987) und "Heresy" (1989) stellten die deutsche Antwort auf den nie erschienenen "Master Of Puppets"-Nachfolger dar. Erst 2000 kam "Collision Course", 2007 "Electrify" und 2009 "Riot Squad" … allesamt exquisite Thrash-Alben, denen man nur eines unterstellen kann - kein Qualitätsloch. Mit "Tales Of The Weird" wird diese Riege um ein weiteres Schwergewicht erweitert. Mit harten Abrissbirnen wie "Brutalized", "Escalation" und "The Downward Spiral" oder einer treibenden Nummer knapp unterhalb der Vollgasgrenze ("Day Of Judgement"). Ganz zu schweigen von der fast gewohnt großartigen Vielschichtigkeit beim eröffnenden Titelsong oder dem atmosphärisch durchsetztem "Brainwashed" (mit fast "proggigem" Mittelpart), wo man förmlich spürt, mit welcher Liebe hier die Parts so ausgearbeitet wurden, dass sie sowohl den Intellekt fördern, als auch den Drang, Dinosaurier mit der bloßen Faust zu erlegen. Mensch, so eine Band darf man doch nicht unter den Tisch fallen lassen. Solch eine Band braucht die volle Unterstützung. Die brauchen ordentliche Promotion und sie verdienen zugkräftige Tour-Slots. Aber für die aktuelle Kreator-Tour sind sie wahrscheinlich wieder viel zu unbedeutend für die ach so allwissenden Booker. Manchmal ist die Welt eben doch ungerecht … (sw)

8,5/10