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PARKWAY DRIVE - Atlas

VÖ: 26. Oktober 2012
Epitaph Records

Nach dem erfolgreichen 2010er Vorgängeralbum "Deep Blue" (Platz 2 in Australien, Platz 39 in den USA, Platz 46 in Deutschland) wäre so manch andere Band vermutlich auf Nummer sicher gegangen. Doch die Jungs aus Down Under denken gar nicht daran, sich selbst irgendwelche Vorgaben zu machen oder Grenzen zu setzen. Und so ist "Atlas" an manchen Stellen durchaus etwas überraschend, weil erfrischend anders, geraten. Zu Beginn läuft aber erstmal noch alles "wie gewohnt". Der massive Opener "Old Ghost / New Regrets" ist eine amtliche Metalcore-Packung, das folgende "Dream Run" steht dem in nichts nach und "Wild Eyes" entwickelt sich mit seinem "Oh oh"-Chorus schnell zu einem extrem hitverdächtigen Ohrwurm. Doch dann kommt alles anders: "Dark Days" wird überraschend von einem Van Halen-Gedächtnisriff eröffnet, im zwischenzeitlich sehr melodischen und ruhigen "The River" singt im Refrain erstmals eine Frau, während im Titelsong unerwartet Akustikgitarre, Piano, Cello und Violine zum Einsatz kommen. Man muss sich aber keine Sorgen machen, dass Parkway Drive nun irgendwie "verweichlicht" sind. Das überragende Debütalbum "Killing With A Smile" lässt sich zwar nur schwer toppen, aber ich würde ich "Atlas" zumindest als das zweitbeste Album der Band bezeichnen. Man hat nicht nur das vermutlich beste Metalcore-Album des laufenden Jahres abgeliefert, sondern zum einen auch eindrucksvoll bewiesen, dass man trotz einer bestimmten Genre-Zugehörigkeit auch die breitgetreten Pfade verlassen kann und sich so Raum für neue Ideen schafft und zum anderen ist es gelungen, die enorme Energie, die die Band live versprüht, auch auf Konserve umzusetzen. Ganz stark. (maz)

8,5/10