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PENTAGRAM CHILE - The Malefice

VÖ: 06. September 2013
Cyclone Empire

Ein bisschen peinlich war es mir im Nachhinein schon, dass ich beim 2010er Wacken-Auftritt der Grinder von Lock Up, den guten Anton Reisenegger als "Ersatz" für den verstorbenen Jesse Pintado (Napalm Death) nicht erkannt habe. Dabei hat der Mann mit seiner eigenen Band Pentagram (Est. 1985!) Bands wie At The Gates, Darkthrone, Napalm Death usw. nach eigenen Aussagen maßgeblich beeinflusst. Und das mit gerade mal zwei Demos und einer EP! Ja, solche Bands gibt es und denen hört man auch an, welch Geistes Kind sie sind, wenn sie anno 2013 ihren ersten vollwertigen Longplayer ins Rennen schicken. Pentagram Chile (ihr Herkunftsland wurde extra an den Namen gehängt, damit keine Verwechslung mit den US Doomstern entsteht) sind die Death/Thrash-Hölle in persona. Selbst beeinflusst worden von Venom, Slayer und Possessed, wütet das Trio im Original-Line Up durch neun (zehn auf der limited Edition) hasserfüllte und angeschwärzte Granaten, dass dem geneigten Hörer keine Zeit zum Luftholen bleibt. Auffällig in der völlig ureigenen Handschrift sind immer wieder die etwas längeren Instrumental-Passagen, die den Raum für die Soli geben und so die garstigen Vocals von Herrn Reisenegger noch mehr zur Geltung bringen. Dass das Material aus heutiger Sicht natürlich manchmal nach Band XY klingt, ist alles andere als tragisch. Ich persönlich finde es beispielsweise sehr cool, wenn sich in "The Apparition" Slayer und alte Malevolent Creation duellieren. Die Historie der Band gibt ihr dafür eh Recht und die Gastauftritte von Schmier (Destruction) und Tomas Lindberg (At The Gates) rücken die Sache wieder ins richtige Licht. Da diskutiert man nicht mehr über Einzelheiten, sondern lässt das Gesamtprodukt "The Malefice" nur richtig auf sich wirken/einhämmern.
Klare Feststellung nach über zwanzig Durchläufen: "The Malefice" ist so etwas wie die 2013er Version von Possessed's "Seven Churches"! Kaufzwang! (sw)

9/10