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PENTARIUM - Schwarzmaler

VÖ: 09. September 2016
Boersma Records

Es gibt tatsächlich noch Pressetexte, die in ihren Anpreisungen eines neuen Albums nicht gnadenlos übertreiben. Im Falle von Pentarium aus Griesheim in Hessen, ist die Bezeichnung "neuartiger Stil" durchaus legitim. 2006 gegründet, eine EP (2009) und ein Album (2012) in Eigenregie veröffentlicht, mehrere Besetzungswechsel hinter sich gebracht und zwischenzeitlich in Sachen Songtexte von englisch auf deutsch gewechselt, erscheint mit "Schwarzmaler" nun das erste Album bei einem Label. Durchaus ungewöhnlich und somit interessant ist der darauf gebotene Mix allemal. Unter dem Banner von Dark Metal findet sich neben einer gehörigen Portion Melodic Death Metal, einer Prise Gothic, sowie einigen recht modernen Momenten, auch so manche kühle Keyboard-Melodie, die sogar für gelegentliches Black Metal-Feeling sorgt. Sicherlich tragen auch die Vocals von Sänger Carsten Linhs dazu bei, der kreischt und growlt und einen insgesamt recht ordentlichen Eindruck macht. Die insgesamt düstere Grundstimmung wird nur gelegentlich mal durch eine fast schon fröhliche Melodie ("Vanitas") durchbrochen. Was dem Album leider fehlt, ist ein Song/ein Refrain/ein Riff mit Wiedererkennungswert. Es geht alles völlig in Ordnung und auch handwerklich weiß das Sextett, was es macht, aber es bleibt auch nach zig Durchläufen irgendwie nichts wirklich hängen. Was mich persönlich aber am meisten stört, ist der mittelprächtige Sound. Selbst über meine (gute) Anlage klingt "Schwarzmaler" etwas dumpf, die Drums klackern oftmals nur im Hintergrund herum und alles ist irgendwie etwas kraft- und drucklos. Schade. Die Frage nach der Zielgruppe für dieses Album lässt sich auch nicht wirklich eindeutig beantworten. Wer auf typischen Dark Metal oder Melo Death steht, egal, ob nun mit Black-Einflüssen oder nicht, wird mit "Schwarzmaler" vermutlich wenig anfangen können. Vielleicht sollten Callejon-Fans mal ein Ohr riskieren? Deutsche Texte, insgesamt alles recht modern ... das könnte vielleicht passen. (maz)

6/10