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PESTILENCE - Obsideo

VÖ: 08. November 2013
Candlelight Records

Wie ich schon vor Kurzem bei Hail Of Bullets bemerkte: Es sind die Kleinigkeiten, die bei einer stilistisch sehr gefestigten Band den Unterschied zwischen "Hit oder Shit" ausmachen. Nehmen wir bei der neuen Pestilence doch mal den Song "Soulrot" als Beispiel und hier insbesondere das knappe Solo. Während im Hintergrund die Drums rasen und die Rhythmus-Gitarre brummt, vernehme ich scheinbar fast wahllos aneinander gereihte Töne, die sich losgelöst von ihrem Fundament aber auf skurrile Weise mit diesem vermischen und eine ganz eigene Welt zeigen. Das klingt höchst abgepfiffen, dabei aber so durchdacht, dass man es einfach mit einem wohlwollenden "ihr seid ja irre" absegnen muss. Pestilence ballern nach ihrer Reunion weiterhin ohne Punkt und Komma durch exquisiten Hochgeschwindigkeits-Death Metal mit stop-and-go Charakter abseits jeglicher Deathcore/Beatdown-Unarten. Das einzige Schema, dem die durchweg knackigen Songs (alle unter vier Minuten!) offensichtlich unterliegen, ist ihr eigenes. Dass Riffs und Grooves in jeder Tempolage fest zupacken, ist dabei umso faszinierender. Obendrein duelliert sich Gitarrist/Sänger Patrick Mameli stimmlich immer noch fürstlich mit seinem ex-Kollegen Martin van Drunen, dass es die abartige Pracht ist - hört man genau hin. Wahrscheinlich sind es wirklich die cleveren Kleinigkeiten, die "Obsideo" von den anderen Haudrauf-Technikern absetzt. Vielleicht ist es aber auch einfach nur die Magie eines Originals?! (sw)

8/10