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RAUNCHY - A Discord Electric

VÖ: 08. Oktober 2010
Lifeforce Records

Raunchy's "Death Pop Romance" (2006) ist nach wie vor ein verdammt gutes Modern Metal-Album. Doch schon mit dem Nachfolger "Wasteland Discotheque" (2008) wurde man recht poppig und elektronisch und ich habe mir damals schon gesagt, wenn Raunchy diesen Weg konsequent weiterführen, dann werde ich über kurz oder lang so meine "Problemchen" mit den Dänen bekommen. Und genau diese Problemchen sind nun auch da, und zwar in Form vom sechsten Album "A Discord Electric".
Moderner Metal, mit Anleihen an Fear Factory, Metalcore, und Death Metal-ähnlichen Shouts? Starke Songs mit satten Riffs und packenden Melodien? Das alles gehört endgültig der Vergangenheit an. Auf "A Discord Electric" regieren vor allem zwei Dinge: Die alles erdrückenden Keyboard-Melodien, die nahezu jeden Ansatz von Härte zunichte machen, und dazu größtenteils völlig belanglose Songs, die erstens kaum noch als Metal durchgehen, zweitens über weite Strecken banal, langweilig und viel zu lang sind (acht Songs liegen oberhalb der 5-Minuten-Marke, das abschließende "Gunslingers And Tombstones" sogar über sieben Minuten), und dazu diese klebrig-süßen Refrains, die mehr 80er-Jahre-Flair versprühen, als die neue Kim Wilde-Scheibe.
Diese Entwicklung von Raunchy ist wirklich mehr als schade und steht den Kollegen von Sonic Syndicate in Sachen Rückschritt in nichts nach (wobei Sonic Syndicate zumindest noch schnelle Metalsongs schreiben können). Da hilft dann auch weder das bei "Spiel mir das Lied vom Tod" abgekupferte Mundharmonika-Intro von "Blueprints For Lost Sounds", noch das vereinzelte und spärliche Aufblitzen "wirklicher" Metalparts (wie bei "Tiger Crown", "The Yeah Thing" oder "Ire Vampire"). Schade, da wäre weitaus mehr drin gewesen. (maz)

6/10