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RAUNCHY - Vices.Virtues.Visions.

VÖ: 14. November 2014
Massacre Records

Es gab mal Zeiten, da standen Raunchy durchaus recht hoch bei mir Kurs - 2004 mit "Confusion Bay" und vor allem 2006 mit "Death Pop Romance". Doch danach ging's - meiner Meinung nach - stetig bergab und endete zuletzt 2010 im äußerst blassen "A Discord Electric". Und nun, 2014? Die Vorzeichen standen nicht besonders gut, denn im letzten Jahr verließ der langjährige Sänger Kasper Thomsen die Band und wurde nun durch Neuzugang Mike Semesky ersetzt.
Zumindest musikalisch kann ich behaupten, dass bei "Vices.Virtues.Visions." die Kurve wieder leicht nach oben zeigt. An alte Glanztaten wird man zwar wohl nie wieder anknüpfen können, aber dieses sechste Album der Dänen ist über weite Strecken ganz ordentlich. Das musikalische Spektrum ist dabei gewohnt breit gefächert. Moderner Metal mit Melodic Death und Thrash Metal, ein bisschen Elektronik, ein bisschen Core und auch immer wieder mal einiges an Pop. Speziell letzteres wird auf Dauer aber etwas anstrengend. Auf die meist um Aggressivität bemühten Strophen folgen oftmals sehr poppige Refrains, die fast schon eine leichte Dancefloor-Schlagseite haben und vieles somit arg weich erscheinen lassen - "Truth Taker" ist wohl das beste Beispiel dafür.
Insgesamt bleibt auf "Vices.Virtues.Visions." einfach viel zu wenig im Ohr hängen (zumindest die Synthie-Melodie in "Digital Dreamer" hat durchaus Ohrwurm-Qualitäten), weil einfach alles viel zu durchschnittlich ist. Ob und was Raunchy mit diesem Album werden reißen können, bleibt abzuwarten. (maz)

6/10