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ROSS THE BOSS - By Blood Sworn

VÖ: 20. April 2018
AFM Records

Als ich 2016 Ross The Boss auf dem Headbangers Open Air gesehen und gehört habe, war ich echt begeistert. Ein großartiger Auftritt mit einer Setlist, die bei jedem Manowar-Jünger für feuchte Augen sorgte. Allerdings war mir von seinen zwei Solo-Alben nichts bekannt, dementsprechend bin ich gespannt, wie sich der ehmalige Manowar-Gitarrist neben den letzten Veröffentlichungen seiner ex-Kollegen schlägt. Mit neuer Mannschaft, Marc Lopez (Gesang), Mike LePond (Bass), Lance Barnewold (Drums) und eben Ross The Boss (Gitarre), erklingt der Titeltrack "By Blood Sworn" und haut mich schon einmal um, auch wenn man sich am Anfang klar bei "Blood Of My Enemies" bedient hat. Der Refrain killt, Marc Lopez singt abwechlungsreich, die hohen Schreie erinnern an Eric Adams, ansonsten aber eine absolut eigenständige Gesangsleistung. Das warme und gefühlvolle Gitarrensolo rundet eine Nummer ab, die ich von Manowar in den letzten Jahren nicht mehr gehört habe. Sorry für die Vergleiche, aber es bietet sich halt an. "Among The Bones" hat einen rockigen Touch, der Refrain ist nicht ganz so zwingend, die Nummer fällt nach dem starken Opener etwas ab, was aber nicht verwunderlich ist. "This Is Vengeance" ist wieder eine saustarke Power Metal Nummer, die Gesangsperfomance ist großartig und der Refrain packend (bei dem ich übrigens ganz leicht "Sign Of The Hammer" heraushöre). Gitarrenarbeit und Soli sind einfach top. Es gibt die obligatorische Ballade mit "Faith Of The Fallen", die ich schön finde und bei der ich Hammerfall denken muss. Die zweite Hälfte der Scheibe kann das hohe Niveau leider nicht halten, was beileibe nicht bedeuten soll, dass sie schlecht ist. "Devil's Day" zeigt die rockige Seite der Band, "Lilith" ist eine schleppende Nummer und die längste des Albums - okay, mehr aber auch nicht. "Play Among The Godz" lässt den Daumen nach oben zeigen, NWoBHM, verpackt mit einem Refrain, der sich schnell in den Gehörgängen festsetzt, sehr schön. Bei "Circle Of Damnation" stand bestimmt "The Boys Are Back In Town" Pate, was den Song aber auch nicht aus dem Durchschnitt herausbringt. "Fistful Of Hate" haut nochmal alles raus - die schnellste Nummer der Scheibe. Hier kann Marc Lopez alles zeigen, was in ihm steckt. Der Kopf nickt unaufhörlich mit und wenn man Ross The Boss so hört, fragt man sich, wie Manowar wohl klingen würden wenn ... aber lassen wir das. Dieses Album ist ein Mix aus der Vergangenheit (Manowar) und der Gegenwart (Death Dealer) von Ross Friedman, und dass der Gute auch mal gerne einfach nur losrockt hört man hier immer wieder. Die zweite Hälfte des Albums fällt leicht ab. Wenn man das das nächstes Mal ändert, gibt es einen Punkt mehr. (tf)

8/10