Impressum Startseite
Reviews Interviews Live Specials Jobs

SABATON - Carolus Rex

VÖ: 25. Mai 2012
Nuclear Blast

Ich habe es versucht. Ich habe wirklich versucht, dem neuen Sabaton-Album völlig vorurteilsfrei zu begegnen, und mich rein auf die Musik zu konzentrieren und mich nicht davon beeinflussen zu lassen, wie "kultig" auf der einen Seite und wie gehasst auf der anderen die Schweden nun sind.
Nachdem Anfang 2012 immerhin vier (!) Mitglieder die Band verlassen haben und viele bereits das Ende der Truppe gekommen sahen, machen die beiden verbliebenen Ur-Sabatonesen Joakim Brodén (Gesang) und Pär Sundström (Bass) nun mit neuer Mannschaft weiter.
"Carolus Rex" ist das sechste Studioalbum und beschäftigt sich thematisch mit dem schwedischen Königreich des 16./17. Jahrhunderts. Mit "The Lion From The North" oder auch "1648" finden sich frühzeitig Doublebass-geschwängerte symphonische Powermetal-Songs wieder, die vor Chören, Kitsch und Bombast nur so überschäumen, aber irgendwo auch reichlich banal und vorhersehbar daherkommen. "A Lifetime Of War" ist eine vernünftige Bombast Ballade, "The Carolean's Prayer" ein ordentlicher Midtempo Rocker und der Titelsong entpuppt sich als richtig amtlicher Überhit, der live zukünftig so manche Halle zum Kochen bringen dürfte. Das alles täuscht aber auch nicht darüber hinweg, dass Songs wie "Long Live The King" oder "Ruina Imperii" arg mittelmäßig sind. Den Kult und Hype rund um diese Tarnfleckhosen-Truppe kann ich nach wie vor nicht wirklich begreifen. "Carolus Rex" ist ein Album, das mich gerade noch zu einem knappen "gut" kommen lässt, aber im Grunde nichts weiter ist, als jede Menge Bombast, Plastik, Kitsch und viel Pathos - das allerdings wirklich gut und professionell verpackt. (maz)

7/10