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SABOTER - Architects Of Evil

VÖ: 16. November 2018
No Remorse Records

Super … die drölfundachtzigste Band, die was vom Traditionskuchen abhaben will … dachte ich. Fairerweise muss man sagen, dass das Saboter-Debüt "Mankind Is Damned" Mitte 2016 in einer Auflage von nur 700 CDs erschien und das Label aus gesundheitlichen Gründen schließen musste.
Der Punkt ist, dass sich das neue Album quasi wie von selbst spielt, ich hier gerne meine Ohren noch mal genauer spitze und No Remorse Records gut daran tun, diese Griechen den Fans zugänglicher zu machen. Saboter bestehen heuer aus drei ex-Overcast-Mitgliedern, Zweitgitarrist Apostolos (von den starken Death Thrashern Rapture) und Drummer Maelstorm, der eh gefühlt in halb Griechenland klöppelt. Angepriesen für Fans von Manowar, Judas Priest und RAM darf man auch den Namen Portrait nicht unterschlagen, damit es eine runde Sache wird. Die Mischung an sich ist also nichts Besonderes, die Ausarbeitung aber richtig gut. Von Anfang an merkt man, dass Saboter nicht zwingend auf Nummer Sicher gehen (wollen). Es grenzt zumindest an "Mut zum Risiko", den flott startenden Opener mittendrin völlig auszubremsen und Atmosphäre walten zu lassen, anstatt überhastet auf den nächsten "wir müssen unbedingt 'ne fette Hookline haben"-Zug aufzuspringen. Die hauptsächlich längeren Songs bleiben trotzdem interessant, die Gitarren rasieren mit punktgenauen Riffs nebst kleiner Spitzfindigkeiten und über allem tobt sich Sänger Antonis Vailas mit angenehmem Reibeisen auf der Stimme in so einigen Tonlagen aus. Passt exzellent, egal ob Zähne gezeigt werden ("Golden Owl", "Sword Of The Guardian" mit Portrait-Anleihen) oder das Heroische offenbart wird ("Rose Red", der Vorzeigetrack "To Glory We March"). Als Bonustrack fungiert "Lamias Call" vom "Heavy Metal Greece Now!"-Sampler (Metal Hammer, Oktober 2015), der an sich gut ist, aber auch aufzeigt, welche Steigerung "Architects Of Evil" darstellt. Macht mit jedem Durchlauf mehr Spaß - gerne mehr davon. (sw)

8/10