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SACRAL RAGE - Beyond Celestial Echoes

VÖ: 19. Oktober 2018
Cruz Del Sur Music

Sacral Rage ist eine dieser Bands, der nicht mal die Veröffentlichungsflut etwas anhaben kann. Ihr Debüt "Illusions In Infinite Void" war schon ein massives Ausrufezeichen und verzückte Prog (Thrash) Metal Fans auf dem gesamten Erdball. Ihr Auftritt auf dem Keep It True war qualitätsunterstreichend. Der Eindruck blieb nachhaltig, bis zu einem bockstarken Support-Gig mit Them, für den ich mir besagtes Album noch mal reinzog … und zwei Jahre nach VÖ wieder feststellte, wie fantastisch das junge, griechische Quartett wirklich ist.
Das war bereits viel Geschichtsunterricht, mit ihrem neuen Album könnten Sacral Rage aber vielleicht wirklich in die Geschichte eingehen. Als eine der Bands, die im neuen Zeitalter (sprich: kurz bevor die Szene-Giganten verschwinden) Alben produzieren, an die man sich auch noch nach Jahren erinnern wird. Da braucht man sich nur das viertelstündige Finale "The Glass" vorzunehmen. 50 Jahre Metalgeschichte, jeder erdenkliche Ton dürfte 666x gespielt sein und trotzdem ist eine junge Band im Jahr 2018 in der Lage, solch einen vielschichtigen, clever durcharrangierten und mit Nachhaltigkeit durchzogenen Song zu schreiben. Wie das geht? Keine Ahnung - aber Sacral Rage tun es. Sie glänzen mit Frische, mit Spielwitz, sie fordern den Nacken und zaubern ein Grinsen in das Gesicht des Rezensenten. Mit coolen Mercyful Fate-Anleihen im Opener "Eternal Solstice" oder als Toxik meets Realm-Knaller namentlich "Vaguely Decoded". Einhellig einer Meinung muss man verständlicherweise nicht sein über den Gesang von Dimitris K. Natürlich ist dieser eine klassische love/hate-Sache, wissen wir ja nicht erst seit gestern. Nichtsdestotrotz ist der junge Mann noch sicherer und mutiger geworden und manövriert sich scheinbar anstrengungslos durch alle Sphären ("erschreckend" in "Suspended Privileges").
Und bevor ich mich noch um Kopf und Kragen tippe, bleibt als Fazit nur die Tatsache, dass ich mir mit Bands wie Sacral Rage um das Füllen zukünftiger Metal-Geschichtsbücher überhaupt keine Sorgen machen muss. (sw)

9/10