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SACRED LEATHER - Ultimate Force

VÖ: 23. Februar 2018
Cruz del Sur Music

Ich sank auf die Knie und betete: "Bitte lass diese derbe old school tönende Band nicht schon wieder aus Schweden kommen!". Nicht, dass ich es dem Land Schweden nicht gönne, geile Bands am Start zu haben, aber es wird ja fast schon langweilig. Und meine Gebete wurden erhört. Diese Band, auf deren "truer als true"-Name offensichtlich noch keine andere Metalband der letzten 50 Jahre gekommen ist, kommt aus Indianapolis! Geboten wird Traditionsstoff, irgendwo in der Schnittmenge aus Judas Priest und diversen amerikanischen Vertretern, was sich auch im Sound niederschlägt, der mal eben nicht so trocken rüberkommt, sondern mehr "die Weite" sucht. Dazu die sirenenartigen Vocals von Dee Wratchchild, ein nicht unbeschriebenes Blatt, welches aber hauptamtlich hinter den Kesseln einer Skeletthexe agiert - Respekt. Für ein Debüt kann "Ultimate Force" verdammt viel, wenn auch der Titel etwas over the top anmutet. Von der klassischen Headbanger-Nummer (Titelsong), den Rock-Song ("Power Thrust"), den Speedster ("Prowling Sinner"), bis zum vielschichtigen Zehnminüter ("The Lost Destructor/Priest Of The Undoer") ist alles dabei. Platt gesprochen: verdammt guter Standard plus interessante Vocals minus richtig geile Hooks (da fehlt noch ein wenig) und zu gleichförmig gebellte Backing Vocals. Die vollwertige acht Punkte-Rechtfertigung geht dafür auf das Konto der gigantischen Powerballade "Dream Searcher". Wer bei diesem Schmachtfetzen nicht ehrfürchtig in die Knie sinkt (und ich war ja gerade erst mit dem Beten fertig …), dem ist nicht mehr zu helfen. Punkt. Und das nicht nur, weil die harmonischen Doppel-Leads eine eindeutige Cliff Burton-Verehrung inne haben. Davon bitte mehr und die bereits vorhanden Vorzüge noch besser ausbauen und aus Sacred Leather könnte vielleicht wirklich eine "ultimative Macht" werde. (sw)

8/10