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SAD IRON - Total Damnation (Re-Release)

VÖ: 31. März 2015
Skol Records

Man kann nicht alles wissen. Daher glaube ich dem Label einfach, dass Sad Iron die vielleicht erste niederländische Speed Metal Band waren. Aus heutiger Sicht darf man den Begriff nur nicht zu eng sehen. Zuerst musste ich mich etwas belustigt fragen, welche Punk Band denn mit viel besseren Musikern hier die Metal-Welt erobern wollte. "Total Damnation" erschien immerhin 1983 und da war eben alles anders. Sad Iron hatten offensichtlich ihre ganz eigene Meinung, wie man die Ramones mit Motörhead und der NWOBHM durch den Wolf dreht. Dabei stechen zwei Personen deutlich heraus. Gitarrist Bernard Rive hat eine verdammt rotzige Art Riffs zu zocken und geht dabei herrlich naiv und aggressiv vor. Weltklasse wird dabei nicht zutage gefördert und um ganz ehrlich zu sein, ist manchmal schon der Sprung in die zweite Liga zu viel. Sänger Herke van der Poel ist aber der echte Vogel im traurigen Eisen. Ganz liebevoll gemeint - der singt und textet, wie ihm gerade die Nase gewachsen ist. Könnte schwören, dass es in "Hellfighter" eher um horizontale Aktivitäten geht, als um martialische Kämpfer. Die Produktion kommt fast schon aus einem überdurchschnittlichen Proberaum, was wieder ein "Pluspunkt" in Sachen Dynamik ist, aber irgendwie klingt das alles ziemlich nach "wir wollen auch mal". Zu den sieben "Total Damnation"-Tracks gesellen sich noch zwei (genauso rohe und naive) Live-Stücke vom "Holland Heavy Metal Vol. 1 - Live in Brouwershoeck"-Sampler und drei Songs vom nie veröffentlichten (Label ging pleite) zweiten Album "Antichrist". Zumindest haben die etwas mehr Dampf in den Backen und einen Song wie "Powerthrash" mit seinem "Fast As A Shark" auf Holländisch-Intro darf man als Whiplash-Fan zumindest gut finden. Das reißt den Kahn aber auch nicht herum und zumindest ich finde herzlich wenig Gefallen an diesem Re-Release … aber irgendjemand bestimmt schon. (sw)

5,5/10