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SAHON - Chanting For The Fallen

VÖ: 15. Juli 2018
Transcending Obscurity Asia

Wie gut, dass dieses Album weltweit erscheint. Sonst könnten wir nach dem Debakel in der Vorrunde der Fussball-WM "Chanting For The Fallen" als nächste Schelle aus Südkorea ansehen - allein schon wegen des Albumtitels.
Jetzt aber Scherz beiseite und die Fakten auf den Tisch. Zumindest muss dieser Tisch sehr stabil gebaut sein, sonst bricht er unter der Thrash Metal-Last dieser 30 Minuten zusammen. Sahon aus Seoul wissen genau, wie man keine Gefangenen macht, sie sind seit 1999 auf der Bildfläche und liefern jetzt ihren bereits sechsten Longplayer ab. Und dem hört man diese jahrelange Erfahrung auch an. Es gehört schon einiges an Charakterstärke und Cleverness dazu, das Album mit einem solch simplen Riff wie in "Faith Of Savagery" zu beginnen und dabei auch noch auf ganzer Linie zu punkten. In ihrer Art die Songs auf das Wesentliche zu reduzieren und dabei dermaßen Alarm zu machen, erinnert mich spontan an die Thrash-Ladies von Nervosa. Chronologisch muss man das nur anders herum sehen. Sei es drum. "Chanting For The Fallen" ist rabiat, vehement, rücksichtslos, erdig (kernige Produktion!) und vor allem authentisch, was sie gegenüber den "Pilze aus dem Boden"-Reissbrett-Thrashern der heutigen Zeit automatisch sympathischer macht. Ein paar kurze Grooves sind erlaubt ("Condemnation"), ein paar Blasts auch und zwischen dem Motörhead meets Exciter-Crossover "Born To Lose, Live To Win" und dem knappen Rausschmeißer "You Shall Pay" (wie S.O.D. auf ganz fiesem Thrash-Trip) ist noch Platz für eines der geilsten Slayer-Gedächtnis-Riffs der letzten Zeit ("Joy Of Hatred").
Und da ich mir nichts aus Fussball mache, finde ich dieses Album sogar doppelt geil! Thank you South Korea! (sw)

8/10