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SAINT VITUS - Lillie: F-65

VÖ: 27. April 2012
Season Of Mist

Saint Vitus - für Doom-Anhänger ein Name wie Donnerhall. Und ich erinnere mich noch gut daran, wie die Band im Zuge der Tour zu ihrem letzten Album "Die Healing" sogar in unserem weitestgehend unmetallischen Oldenburg Halt machte - das ist jetzt 17 Jahre her. Anno 2012 muss sich der Doom-Fan damit abfinden, dass Urdrummer Armando Acosta leider nicht mehr unter uns weilt, sich dafür aber freut, dass Scott "Wino" Weinrich wieder hinter dem Mikro Stellung bezogen hat. Was macht das aus dem neuen Lebenszeichen von Dave Chandler & Co.? Ich weiß es nicht genau, da ich (leider?) mit einem anderen Zeitabschnitt des Doom aufgewachsen bin und mich bis heute nur bedingt mit diesem auf das Wesentlichste reduzierten Sound anfreunden kann. Letztendlich ist "Lillie: F-65" aber ein Album geworden, was ich irgendwie erwartet habe. Dave Chandler knarz-rifft und wah-wah-soliert stur durch sein eigenes Universum, Wino ist die Authentizität in Person und Stimme. Mit "Let Them Fall" beginnt die neue Scheibe schon mal mehr als klassisch doomig, "The Bleeding Ground" nimmt diesen Weg weiter auf und steigert sich zum Ende in auflockerndes Uptempo. "Blessed Night" groovt sich durch so manch Hippie-geschwängerte Black Sabbath-Zeit und "The Waste Of Time" ist wiederum reinstes Schlurf-Futter für alle Doom Children. Nur die Feedback-Orgie "Withdrawal" am Ende sorgt für einen Abzug in der B-Note. Da gefällt das kurze Intermezzo "Vertigo" um einiges besser.
Was ist das neue Lebenszeichen also? Stoff für ewig Gestrige (was ich denen auch wohlwollend zugestehe), aber neutral gesehen kein Album, mit dem man nach 17 Jahren noch mal nachdrücklich auftrumpfen kann. (sw)

7/10