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SANHEDRIN - A Funeral For The World

VÖ: 27. April 2018
Cruz Del Sur Music

Jetzt wird mir einiges klar. Also warum die letzten beiden Black Anvil-Alben auf einmal so vielschichtig und gar nicht mehr so übel schwarz waren. Könnte am seinerzeit dazu gestoßenen Gitarristen Jeremy Sosville liegen, der mit Sanhedrin mal eben aufzeigt, dass in ihm noch viel mehr steckt. Seine "partner in crime" sind dabei der sattelfeste und höllisch groovende Drummer Nathan Honor und die beeindruckend singende Bassistin (!) Erica Stoltz. Nix mit schwülstig okkult oder hexenmäßig fauchend - nein, Madame ist eine echt starke Sängerin mit offenbar klassisch metallischer Basis, in der man gerne auch Dio-Verweise findet. Und das Material ihres Longplay-Debüts? Hat charakterlich fast etwas von unseren aufsteigenden Old Mother Hell oder einer mehr metallischen Version von Castle. Epic drin, Hard Rock drin, Heavy Metal drin, Attitüde rock 'n rollig und technisch echte Handwerker, die wissen, wie sie ihre Fähigkeiten songdienlich einzusetzen haben. Von den vier Tracks ihrer selbstbetitelten EP (2015) haben sie derer drei mitgenommen und um fünf ebenso erstklassige, abwechslungsreiche Songs erweitert. Dazu das flotte und cool rockende "Demoness" oder das dramaturgisch sauberst aufgebaute "Collateral Damage". Aus "Massive Deceiver" könnte man mit viel Haarspray und einem nöligen Sänger sogar eine Sleaze-Nummer machen, Sanhedrin haben aber einfach ihre Heimat Brooklyn in den Knochen und machen den Song zum fetten Banger mit lässigen Strophen und "Heaven And Hell"-Gedächtnis-Ende. Und wer bei finalen "Die Trying" sogar mit einem Auge gen US Metal schielt, dürfte a) wohl wirklich beim richtigen Label gelandet sein und b) bestimmt viele Freunde in verschiedenen Lagern finden … ach, und c) ist das Material so dermaßen für die Bühne gemacht, dass der bereits bestätigte Gig beim 2019er Hell over Hammaburg Festival jetzt schon zum Pflichttermin wird. (sw)

8/10