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SANTIANO - Von Liebe, Tod und Freiheit

VÖ: 29. Mai 2015
We Love Music

Auf zwei Dinge möchte ich hier ganz bewusst nicht eingehen: Erstens auf die Frage, ob und inwieweit Santiano überhaupt "kompatibel" mit einem (Scheuklappen-freien) Metal-Magazin sind, und zweitens auf die Tatsache des enormen Erfolges des Fünfers aus Schleswig-Holstein, insbesondere auch im Rock- und Metal-Bereich (Stichwort Wacken Open Air, usw.).
Konzentrieren wir uns also lieber die Musik dieses dritten Albums mit dem Titel "Von Liebe, Tod und Freiheit". Ein Titel, so weitläufig wie das Meer. Und genau darum geht es bei Santiano ja ohnehin. Der Opener "Lieder der Freiheit" punktet gleich auf ganzer Linie mit dem Grundthema von Mike Oldfield's "To France". Zurecht die erste Single, weil einer der stärksten Songs des Albums. Im weiteren Verlauf finden sich neben partytauglichen gute Laune Schunkelnummern wie "Rolling The Woodpile", "Johnny Boy", "Joho und 'ne Buddel voll Rum" (Anspieltipp!), tiefgründig Ergreifendem wie dem ruhigen "Die letzte Fahrt", folkig Rockendem wie "Seine Heimat war die See", auch die plattdeutsche Ballade "Fresenhof" (von deren Text ich praktisch nichts verstehe).
Mit Running Wild's Klassiker hat der Shanty-Rocker "Under Jolly Roger" außer dem Titel übrigens nichts gemeinsam (obwohl die Idee einer Santiano-Coverversion im Nachhinein durchaus reizvoll erscheint).
Zum Schluss eine Frage: Bin ich eigentlich der einzige, der die Anfänge des Abschlusstitels "Kinder des Kolumbus" und "Tage wie diese" von den Toten Hosen durchaus (sympathisch) ähnlich findet? Egal. "Von Liebe, Tod und Freiheit" ist der dritte Geniestreich von Santiano, der seinen beiden Vorgängern in nichts nachsteht. Im Gegenteil, so abschwechlungsreich und auch mal tiefgründig klangen die fünf Seefahrer wohl noch nie. (maz)

8/10