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SARASIN - Sarasin

VÖ: 26. Februar 2016
Pure Steel Records

Das kanadische Metal-Urgestein Sarasin hat eines dieser Alben eingespielt, welches zwar qualitativ keine vollwertigen acht Punkte zusammenbringt, einem aber mit jedem weiteren Durchlauf irgendwie liebevoll ans Herz wächst. Der Clou dahinter - nach über dreißig Jahren und nur einer EP im Jahr 1987 ist "Sarasin" das Longplay-Debüt (!) der Band um das letzte verbliebene Ur-Mitglied Greg Boileau (Gitarre) und eine Art Tribut an Bassist/Gründungsmitglied Rob Grant, der 2012 nach langer Krankheit verstarb. Herausgekommen ist dabei ein grundsolides Riff-basierendes Album. Die klassische US-Prägung hört man am besten bei "In Our Image", "Enemy Within" (dessen Anfang ein wenig nach der allerersten Cage tönt) und "Forevermore", welches mit dem zweitbesten Refrain des Albums ausgestattet ist. Den besten liefert das Rock-untersetzte "Now", in dem die Band der allgemeinen Chronologie entsprechend, nicht nach Audrey Horne klingt, sondern sich derselben Basis bedient - nur eben auf US Metal Art und mit einem (Verzeihung) besseren Sänger. Der hört auf den Namen Michael Wilson (Bastard Inc) und ist ein wenig der Star im Ring. Seine Stimme hat er durchweg im Griff, man kann die Erfahrung hören und auch das Wissen, dass weniger manchmal mehr ist. Ein wenig Ozzy kann man ihm auch nicht absprechen, wenngleich er beim lässigen "Soul In Vain" sogar mehr die Zakk Wylde-Variante des Ozzy inne hat. Vielleicht ist er es sogar, der mir "Sarasin" so schmackhaft macht. Keine Ahnung, aber die genannten "Now" und "Forevermore" dürften euch als Anspieltipps sehr gut helfen, um dieses Album auch einfach lieb zu haben. (sw)

7,5/10