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SCARS OF ARMAGEDDON - Dead End

VÖ: 15. Dezember 2017

Ich liebe diese Überraschungen, wenn man sich auf die letzte Sekunde doch noch entschließt, ein Review dazwischen zu drücken und dann amtlich weggepustet wird! Nach "Never Sleep Again" in 2013 haut das Quartett aus Chicago nun seinen zweiten Longplayer raus, der bei einer beeindruckenden Spielzeit von 68 Minuten auch noch spannend gefüllt ist und wirklich zu keiner Sekunde Langeweile aufkommen lässt. Müsste ich mit Bandnamen um mich werfen, wäre "Dead End" ein gut durchgerührter Eintopf aus Blind Guardian, Iced Earth, Agent Steel (respektive Sacred Steel, hehe), je eine kleine Prise Symphony X und Children Of Bodom, natürlich Iron Maiden … puh, also irgendwo in der Schnittmenge zwischen unkitschigem Euro Metal und griffigem US Metal mit recht großem Hang zum Speed und der Fähigkeit, auch technisch aufzufallen. Dass "Dead End" dabei so dermaßen in einem Guss durchläuft, ist schon faszinierend. Vom dicken Euro Metal-Einschlag ("Endless Horizon") über eine wirklich gute Powerballade ("Turns To Gray") über richtig starke Up to date-Metal-Kracher wie "Wasteland", "Lockdown" (der Refrain!) oder "What Lurks Beneath" - es ist immer mit ansprechender Qualität, cleverem Songwriting und der nötigen Härte verbunden. Mag sein, dass man Hook-technisch noch ein Stück weit gängigen Melodie-Konventionen folgt, aber nehmen wir einfach "A Good Day To Die" als Beispiel: Die Textzeile "Forever we stand, together we fall" hat schon was von Sacred Steel, gekontert wird diese von einem tief-harten Mittelpart, dieser wiederum von tollen Twin Leads und dann versetzt der eh schon stark (und glasklar!) singende Gitarrist David Kraus mit den (sicher getroffenen!) höchsten Tönen des Albums jeden Gesangsfetischisten in Ekstase. Die zwei, drei Mal eingestreuten "Harsh Vocals" von Sidekick George Lohan fallen nicht ins Gewicht, dafür startet der knapp zehnminütige Rausschmeißer "Fatal Impact" mit leichten Metallica-Reminiszenzen.
Fazit: "Dead End" ist für mich kurz vor Jahresabschluss noch eine faustdicke Überraschung. Die sollte man sich nicht entgehen lassen! (sw)

8/10