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SCHAFOTT - The Black Flame

VÖ: 25. August 2017
High Roller Records

Der Bandname ist mal originell, der Albumtitel dagegen purer Plakatismus. Und genau hier liegt das Salz in der Suppe. Denkt man als oberflächlicher Lauscher nur an eine "weitere" Black/Thrash Band, bekommt derjenige, der sich eindringlicher mit der Materie beschäftigt, im Detail ein wirklich geiles Album geliefert, welches zwar das "plakative" Rad nicht neu erfindet, aber trotzdem mit glänzenden Akzenten "originell" umsetzt. Man spürt förmlich, wie die Band aus der "Schublade" mehr machen möchte und sich mit den beiden Siebenminütern "Sow The Salt" und ganz besonders "Azazael's Dream" zwar allumfassend giftig und räudig (Produktion und Vocals!) zeigt, zugleich aber auch vielschichtig und verdammt spannend agiert. Dazu gehört auch, dass der Grenzbereich zwischen Thrash und Speed eh öfter verschwimmt und darüber hinaus auch mit Doom-Ansätzen oder seltenen Blast-Einbindungen als Moment-Unterstützer garniert wird. Fordernde 47 Minuten, die trotzdem die Nackenmuskeln zu keiner Sekunde schonen. Ich sag nur "Ostara", "Eucharistic Birth" oder das mit leichten Death Metal-Tupfern versehene "By The Lust Of The Witch". Und dann wäre da noch mein persönlicher Liebling, dem - wie ich immer gerne sage - fiesen Schlitzer "Total Cleansing". Herrschaften, wie kann man nur so abgefuckt abgeklärt sein und dem kurzen Solo ein solch abartig lässig gezocktes Ending aus nur acht (!) verdammten Tönen verpassen?! Das Album an sich begeistert ja schon, aber solche Momente zeigen es mal wieder deutlich: Es ist halt ein Unterschied, ob man nur Genrezutaten wiederkäut oder mit an Besessenheit grenzender Leidenschaft zu Werke geht. (sw)

8,5/10