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SEPTAGON - Apocalyptic Rhymes

VÖ: 09. November 2018
Cruz Del Sur Music

Wenn Musiker mehrere Bands am Start haben und mit Veröffentlichungen um sich werfen, stellt sich immer die Frage der Daseinsberechtigung. Septagon dämpften dieses "Problem", indem sie mit ihrem Debüt "Deadhead Syndicate" (2016) ein amtliches Zeichen setzten. Tja, und der neue Longplayer wischt die Frage einfach vollständig und ganz galant vom Tisch. Die "Thinking Man's Thrash"-Marschroute wurde konsequent beibehalten, nur denkt das Quintett dieses Mal angestrengter nach - soll heißen: "Apocalyptic Rhymes" tönt eine kleine Spur härter als sein Vorgänger, ohne dabei aber das Gesicht zu verlieren. In Verbindung mit der lyrischen Art der Gesellschaft den "ausweglosen" Spiegel vorzuhalten, hat schon fast etwas von Paradox. In diesem Gewand kommen aber genauso starke Songs zustande. Der Titelsong ist schlichtweg furios, "Nothingness Awaits" ist ebenso ruppig und beim hart (nicht neumodisch!) groovenden "Make A Stand" schleichen sich sogar ganz kurz ein paar Death-Harmonien ein. Speziell Letzterer zeigt die Entwicklung von Sänger Markus Becker (Atlantean Kodex), der sich der "Modifizierung" des Bandsounds angeglichen hat und stimmlich sehr wohl folgen kann. Mit dem richtigen Feindbild im Kopf (irgendein "Fake President" auf der anderen Seite des großen Teiches …) ist eine Abkotz-Orgie wie "P.O.T.U.S.A." dann auch ein Leichtes. Fans des Debüts brauchen sich um den Melodieanteil aber keine Sorgen machen. Der ist geblieben und strahlt ganz besonders bei "The Unfathomable Evil" und dem würdigen Abschluss "Sunset Blood".
Fassen wir also zusammen: Fans von Heathen, Megadeth, Forbidden, Annihilator oder Anthrax müssen sich um die Baden-Württemberger endlich mal kümmern, "Deadhead Syndicate"-Besitzer werden dieses Album eh sofort kaufen und sich über einen gleichwertigen Nachfolger freuen. (sw)

8,5/10