Impressum Startseite
Reviews Interviews Live Specials Jobs

SOLAR TEMPLE - Fertile Descent

VÖ: 28. September 2018
Eisenwald

Zwei Songs in 35 Minuten - ja, kann man machen. Dieses Gefühl von Länge hat man bestimmt auch bei einem Gang durch die Veluwe - dem größten, zusammenhängenden Waldgebiet der Niederlande in der Provinz Gelderland. Und ich schätze, dass die Musik von Solar Temple auch dort am besten funktionieren dürfte, wenn man sie via mp3-Player in den Ohren hat, während man die Natur genießt. Ist man nicht darauf eingestellt, kann das auch schon mal langweilig werden, aber den Hörer auch - unabhängig seines Standortes - auf positive Weise einlullen. "Those Who Dwell In The Spiral Dark" startet mit hämmernden Drums und einer entrückend lieblichen Melodie. Dazu gesellt sich irgendwann tief tönender Beschwörungsgesang und schon bist du wie hypnotisiert und dem Titel entsprechend im spiralförmigen Dunkel, wo was weiß ich wer wächst und gedeiht. Irgendwie spannend, aber gen Ende droht der Spannungsfaden zu reißen und ein wenig Durchhaltevermögen ist gefragt. Das zwanzigminütige (!) "White Jaw" arbeitet etwas rifflastiger (am Anfang scheinen sogar Primordial aus der Ferne zu winken), macht aber nach über zehn Minuten wieder den Fehler, zu viel eintönige Länge zu produzieren und die letzten fünf Minuten (!) des Songs nur noch auslaufenden Schrott abzulassen.
Weniger könnte da mehr sein. Ansonsten gilt: von Spezies, für Spezies. (sw)

7/10