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[SOON] - Dead-End Street

VÖ: 25. Oktober 2013
Oscillation Music

Ich weiß gar nicht mehr, wann und wo ich von den Düster-Rockern [SOON] mal etwas aufgeschnappt hatte, denn mein "Like" bei Facebook muss ja irgendeinen Grund haben ...
"Dead-End Street" ist jedenfalls bereits das vierte Album des Hamburger Quartetts - und das kann musikalisch durchaus zu überzeugen. Ob es seitens des Labels allerdings hilfreich ist, mit solch großen Bandnamen wie Katatonia, Paradise Lost, Filter oder gar Depeche Mode (in Sachen Vocals) um sich zu werfen, möchte ich mal bezweifeln. Die Parallelen zu diesen Bands kann man sich vielleicht irgendwie einreden. Einflüsse mögen ja sicherlich vorhanden sein, aber das ist dann doch alles ein paar Nummern zu groß. Zumindest versteht es die Truppe, ansprechende und meist düster-melancholische Songs zu schreiben, die zwar auch häufiger mal etwas verträumter daherkommen, dabei aber eben nicht ins Weinerliche abrutschen. Nun muss ich ja gestehen, dass ich recht empfänglich für große und eingängige Refrains bin, von daher haben es solche Düsternummern wie "Stand Out From The Croud" oder "Still Searching" relativ leicht, sich angenehm in meinen Gehörgang zu schmeicheln und sich da auch schnell festzusetzen. Positiv hervorzuheben ist sicherlich auch die Stimme von Sänger Eric, der sich stets gefühlvoll und melodiös durch die Songs arbeitet - da gerät dann auch der teils recht deutlich hörbare deutsche Akzent schnell zur Nebensache. Ebenfalls gelungen ist das Wechselspiel aus eher ruhiger Melancholie, sowie eingängigen flotten Titeln (der Titelsong) und rifflastigen Rocknummern ("A Means To An End").
Alles in allem ist "Dead-End Street" eigentlich ein rundum gelungenes Album für jeden (und zwar nicht nur die Mädels), der auf Düsterrock mit teilweise Metal-Schlagseite steht. Und eigentlich würde ich jetzt auch einen halben Punkt mehr vergeben, aber einen Kritikpunkt kann ich leider nicht unter den Tisch fallen lassen. Der Sound der Drums ist entweder wirklich so gewollt oder einfach nur mies produziert. So druck- und kraftlos wie die Drums teilweise vor sich hin "klackern", will das irgendwie so gar nicht recht zum übrigen Klangbild passen. Beim nächsten Mal bitte dringend beheben - es wäre schade, wenn es daran scheitert. (maz)

7/10