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SOURCE - Source (EP)

VÖ: 14. September 2018
High Roller Records

Das wäre also unser Preis gewesen. Source hätten ja eigentlich auf dem diesjährigen Hell over Hammaburg Festival spielen sollen, aber nach dem Abgang des Sängers war es eben Essig mit dem Auftritt. Nun, der Sänger (RAM-Sirene Oscar Carlquist) ist zwar auf der ersten Source-EP zu hören, hat sich nach den Aufnahmen aber doch wieder verabschiedet. Aber Source sind eh das Kind von ex-Portrait-Gitarrist Richard Lagergren (zu hören auf den ersten beiden Portrait-Alben), der hier noch mal seine ganz eigene Version seiner King Diamond/Mercyful Fate-Vorlieben zur Schau stellt. Mit dem großrahmigen Opener "Crossroads Calling", dem etwas direkter nachlegenden "Let Him In" und dem bissigeren "Wither" ist auf jeden Fall viel Qualität auf dem Tisch, die vom Hörer entdeckt und von den Musikern noch ausgebaut werden will bzw. bestimmt auch wird. Egal in welche Richtung sich das Material bewegt, eines fällt besonders auf. Die Songs erzählen Geschichten. Auf Hooks wird hier weitaus weniger geachtet, wie eben bei RAM oder Portrait. Trotzdem - die Songs hüllen den Hörer in eine dunkle Aura, die filigranen Gitarren spinnen ein feines Netz. Und Oscar Carlquist gefällt mir als King-"Verehrer" weitaus besser, als der Meister von Attic. Bin mal gespannt, wie sich sein Nachfolger Emil Busk so machen wird.
Mit dem vierten Song (der bei der Bandcamp-Veröffentlichung im Dezember 2016 noch nicht vorhanden war) graben Source noch richtig tief. "The Serpent Is Rising" ist im Original von Styx und erschien im Jahr 1973. In welche Richtung das geht, muss ich wohl niemandem erklären. Im Vergleich (Dank YouTube) gefällt die Source-Version aber auch richtig gut und markiert einen coolen stilistischen Kontrapunkt.
Jetzt nicht wieder Bandmitglieder verlieren, vielleicht einen Hell over Hammaburg-Nachholtermin anvisieren und dann ein starkes-Lonplay-Debüt raushauen … bitte! (sw)

8/10