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TANZWUT - Freitag der 13.

VÖ: 13. Februar 2015
AFM Records

Seit ihrer Gründung 1999 begeistert die Band Tanzwut um Sänger Teufel mit einem Stilmix aus Mittelalter und Industrial Rock. Ihr neues Album mit dem Titel "Freitag der 13." kommt mit, zum Titel passender Track-Anzahl und passendem Erscheinungsdatum daher.
Stilistisch erinnert das Album eher an In Extremo mit Rammstein-Einflüssen und ist somit nicht wie angekündigt eine Neuentwicklung des typischen Tanzwut-Klangschemas. Wer also etwas ganz Neues und Eigenes erwartet, wird etwas enttäuscht. Wer aber nichts gegen eine neue Mischung von altbekannten Klängen hat, kommt hier voll auf seine Kosten.
Ich hatte mir von dem Album doch mehr erwartet, da auch einige technische Verbesserungen angekündigt wurden, doch wirklich hören kann ich davon nichts.
"Vorbei ist vorbei" kommt dann als melancholische Down-Tempo Ballade daher. Teufel singt sich seinen Schmerz von der Seele und wird dabei von kraftvollen Dudelsäcken begleitet. Kein Partykracher, aber das soll der Song schließlich offensichtlich auch nicht sein - geht es hier doch darum, Vergangenes zu überwinden und sich dem zuzuwenden, was noch kommt.
Zu einsilbig und etwas langweilig finde ich "Spielzeugland" - diesen und die beiden oben genannten Songs werde ich mir nicht nochmal anhören. Doch im Gegensatz zu "Der Zeitdieb" kann man zu den beiden letzten Songs schon eher tanzen. Die restlichen Songs sind ganz in Ordnung und plätschern so an einem vorbei.
Als richtige Lichtblicke entpuppen sich jedoch drei Songs, die das Level des Albums deutlich heben und alleine deretwegen es sich doch noch lohnt, dem Album eine Chance zu geben. Dazu zählt vor allem der Titeltrack "Freitag der 13.", der so richtig Spaß macht.
Auch der Track "Spiegelkabinett" ist musikalisch nicht zu verachten. Das Tempo wird hier gut angezogen, der Gesang ist wunderbar stimmig und kantig. "Spiegelkabinett" zeigt hier, dass es eben nicht immer nur schön und sittlich zugeht, sondern die Wahrheit auch ein hässliches Antlitz haben kann.
Zum Schluss wäre dann noch der Opener "Brot und Spiele" zu erwähnen, der gerade am Anfang für freudige Überraschung sorgt, allerdings auch für eine Erwartungshaltung, die das Album leider nicht vollends erfüllen kann.
Insgesamt betrachtet, ist "Freitag der 13." zwar keinesfalls schlecht, aber auch nicht die angekündigte Neuerung. (cl)

7/10