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TARJA - Colours In The Dark

VÖ: 30. August 2013
earMUSIC

Mit ihrem dritten (englischsprachigen Studio-) Album scheint sich Tarja Turunen endgültig aus dem einengenden Nightwish-Korsett befreit zu haben. Nichts "muss" mehr nach ihrer ehemaligen Band klingen, denn mittlerweile dürfte jedem klar sein, dass die Solo-Alben von Tarja vor allem und in erster Linie von ihrer Stimme leben und musikalisch bzw. kompositorisch an die Klasse der Nightwish-Songs Anfang/Mitte dieses Jahrtausends kaum heranreichen. Dennoch hat natürlich auch "Colours In The Dark" so einige richtig klasse Songs zu bieten. Die riffstarke Düsterrock Nummer "500 Letters" entpuppt sich schnell als einer der besten Tarja-Songs überhaupt und auch die beiden ähnlich gearteten und treibend-rockigen "Never Enough" und "Neverlight" begeistern auf ganzer Linie. Die übrigen Songs bewegen sich zwischen teils gefühlvollem Symphonic Rock ("Lucid Dreamer"), verträumten melancholisch-orchestralen Balladen ("Mystique Voyage", "Until Silence") und fast schon experimentell-progressivem (die Peter Gabriel-Coverversion "Darkness"), während Tarja in der Gänsehaut-Halbballade "Deliverance" ihr ganzes stimmliches Können entfaltet - das ist wirklich ganz großes Gefühlskino! Abgerundet durch das epische Duett "Medusa" (mit Blue October-Sänger Justin Furstenfeld) zeigt "Colours In The Dark" sehr eindrucksvoll, wie man ganz große Emotionen transportiert und orchestral Klassisches mit symphonischem (Düster-)Rock kombiniert. So leicht enttäuschend ich die Vorab-Single "Victim Of Ritual" nach wie vor finde, aber mit "Colours In The Dark" hat Tarja letztendlich ein durchgehend überragend starkes Album abgeliefert, dass die letzte Nightwish-Scheibe "Imaginaerum" locker übertrifft. (maz)

8/10