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THE HIRSCH EFFEKT - Eskapist

VÖ: 18. August 2017
Longbranch Records

The Hirsch Effekt hauen nach ihrer "Holon"-Albumtrilogie ihr erstes unabhängiges Album raus. Ich habe mich noch nie so wirklich mit The Hirsch Effekt beschäftigt, außer mit ein paar Songs auf YouTube. Ich fand es musikalisch zwar immer ziemlich gut, aber mit den sehr soften Vocals komme ich dann oft nicht klar. Jetzt dachte ich mir, probiere ich es nochmal. Das Album startet erstmal genauso, wie ich mir ein fettes Mathcore-Album vorstelle. Schönes, disharmonisches Gefrickel, mit passenden kreischenden Vocals. Was hier drei Leute für ein musikalisches Chaos auf höchstem Niveau raushauen, fetzt einfach nur richtig. Nach paar Minuten fangen dann aber die Vocals an, die ich nicht so wirklich leiden kann. Bei den Parts brauche ich wohl noch eine Weile, um mich daran zu gewöhnen. Das komplette Album frickelt sich dann so weiter. Es gibt ein paar langsame "Balladen", die vom Gitarren-/Bassspiel trotzdem sehr komplex durchziehen, wie beim Song "Natans". Bei einigen Songs gibt es dann auch mal Elemente aus dem Grind- und Deathcore mit dickem Gegrowle. Es gibt zudem sehr progressive Parts und auch mal Zwischenspiele aus Geige und/oder Klavier. Das ist alles ziemlich viel, was hier in 60 Minuten Spielzeit aufeinandertrifft. Die Texte sind überwiegend sozial-kritisch und politisch.
Ein starkes Stück, welchen The Hirsch Effekt hier präsentieren. Dass mir die Vocals teilweise einfach nicht zusagen, liegt dann wohl eher an meinem Geschmack. Abgesehen davon, wird musikalisch ein ordentliches Brett abgeliefert, es würde aber auch gut tun, wenn man ab und zu etwas zurücksteckt. (kdz)

8/10