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THE MIDNIGHT GHOST TRAIN - Cypress Ave.

VÖ: 21. Juli 2017
Napalm Records

"Tonight" eröffnet die vierte CD von The Midnight Ghost Train mit einer traurigen Bluesnote, bevor die verzerrte elektrische Gitarre daran erinnert, wo wir sind, auf einer CD, die bei Napalm Records erscheint. Im Refrain wird dann klargestellt, die Herren meinen es ernst. "Red Eyed Junkie Queen", "Glenn's Promise" und vor allem "Bury Me Deep" erhöhen das Tempo, letztgenannter Song rollt derart schön vor sich hin, dass ich mir den Midnight Ghost Train bildlich dazu vorstellen kann. Mir fallen dazu ZZ Top ein, zumal Sänger Steve Moss stimmlich durchaus in der Nähe von Billy Gibbons ist, nur ein wenig tiefer und "rostiger" klingt. "The Watchers Nest" widmet sich ausgiebiger dem Blues, mittleres Tempo und der Gesang bewegt sich in Richtung Tom Waits. "Break My Love" und "Lemon Trees" folgen diesem Pfad. Weg ist der wippende Fuß der ersten Stücke, für meinen Geschmack verliert der Zug hier zuviel an Fahrt. "The Boogie Down", von der Plattenfirma als Highlight der CD verkauft, mit dem Prädikat "fruchtig-frisch" ist eine glatte Frechheit. Ich finde, wer solch einen Kram (Vorsicht Rap) auf einer CD mit Musik versteckt, sollte einen Warnhinweis auf der CD aufbringen. "Black Wave" plätschert relativ ereignislos vor sich hin, genau so beginnt "The Echo", kann aber wenigstens mit einem guten Schluss überzeugen. "I Can't Let You Go" beschließt die CD. Langsames Grundtempo mit gelegentlichen Ausbrüchen. Blues. Bis zur Hälfte der CD bin ich bei der Band, da geht es munter zur Sache und ich bekomme beim Hören ausgesprochen gute Laune. Jahreszeitlich befinden wir uns da im Sommer, meine Lieblingsjahreszeit, und wäre die gesamte CD von dieser Art, unbedingte Kaufempfehlung. Ab der Mitte mit einem Ausbruch ins Grauenhafte kann es vielleicht für einen dunklen Herbstabend gut sein. Jetzt gerade nicht. (stl)

6,5/10