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THE RUINS OF BEVERAST - Exuvia

VÖ: 05. Mai 2017
Ván Records

Wenn man kein Pink Floyd hört, erkennt man auch keine Coverversionen. Mir so ergangen bei "Set The Controls For The Heart Of The Sun" auf dem "Takitum Tootem"-Appetizer im Januar. Kommt vor. Viel mehr "Sorgen" hatte ich, dass der rauschartige Zustand der EP sich zu stark auf den neuen Longplayer auswirken würde (ähnlich wie bei Urfaust). Nun, dieser Fall ist eingetreten, schockiert mich aber keineswegs - nein, er versetzt mich eher selbst in einen Rausch-Zustand. Schon der eröffnende Titelsong beginnt mit schamanenhaften Lauten und lässt den Song sich nach und nach aufbauen und ihn unheilschwanger heranrollen. Esoterik-Gegner können aber aufatmen, die metallischen Grundnahrungsmittel (Schlagzeug, Gitarre, Bass) sind allesamt und permanent anwesend. Jedoch wie Alleinherrscher Meilenwald damit abermals etwas "Neues" und doch Vertrautes geschaffen hat, erklärt sich vielleicht durch den Albumtitel.
"Die Exuvie (auch Exuvia von lat. exuviae 'abgelegte (Tier)haut', 'Hemd', 'leere Hülle') ist die bei der Häutung (Ecdysis) abgeworfene Haut der Häutungstiere (Ecdysozoa) sowie der Reptilien (Reptilia)." - so schreiben es die Gelehrten.
Wogegen ich fast von einer mentalen Entgiftung sprechen möchte. Ein radikales in sich Hineinhorchen, um ein "neues" (und vertrautes? - s.o.) Selbst freizulegen. Schonungslos für den Beiwohnenden - befreiend und gar inneren Frieden bringend für den Ausübenden.
Ihr seht? Wieder einmal ist einem The Ruins Of Beverast-Release nicht mit irdischen Beschreibungen beizukommen. Die Wertung hingegen geht nur auf irdischem Wege. Kein Vergleich mit den Vorgängern. Denn die magische Zehn für "Blood Vaults" liegt nur im Auge des schreibenden Betrachters. "Exuvia" ist nicht einen Punkt schlechter, sondern ein für sich stehender, abgefahrener Trip, der erbarmungslose neun Punkte wert ist! (sw)

9/10