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THE SPIRIT CABINET - Hystero Epileptic Possessed

VÖ: 28. August 2015
Ván Records

Oha! Da wird der Underground brodeln und die Hell over Hammaburg/Chaos Descents (Hell's Pleasure - R.I.P.)/Roadburn-Gänger lecken sich bereits die Finger. Vier Schergen, deren eigentliche Heimaten bei Hooded Priest, Grimm, Zwartketterij, Cirith Gorgor und Urfaust zu finden sind, eröffnen The Spirit Cabinet und entfesseln damit einen Moloch, der sich mit seinem Kreuzüber aus Occult (Black), Doom, und Classic Metal wie im Rausch durch die Gehirngänge frisst. Es kann nicht nur am Gesang von Snake McRuffkin liegen - klar, wir wissen, dass er bei Urfaust eh in ganz anderen Welten schwebt. Aber mit richtigen Texten hat das Ganze hier eine ganz spezielle Wirkung - nicht zuletzt aufgrund der teils an Wahnsinn grenzenden Leidenschaft, die zwar nicht immer tonrein ist, dafür aber echt. Ich bin mir sicher, dass dieses Album mit einer anderen Stimme nicht so funktionieren würde. Die sechs Songs (knapp 40 Minuten) bieten auf jeden Fall die erstklassige Grundlage. Eigentlich könnte man von klassischem Metal sprechen (… nun ja, das löse ich weiter unten auf …), der durch dezent schwarzmetallisches Moll seinen unheimlichen Unterton bekommt. Perfektes Beispiel - eindeutig das selbstbetitelte "The Spirit Cabinet". Nach dem Song ist man der Band eigentlich sofort verfallen. Der Opener "The Black Lodge" ist so etwas wie sein kleiner Bruder, der Rausschmeißer "Convulsions" ein geschwärzter Abgang mit angenehm zurück genommenem Mönchs-Tenor und "Ramakrishna" legt gleich mit der ersten ziemlich eindeutigen Textzeile "How dare you ask your stupid questions?" den Grundtenor für einen kraftvollen Stahlhammer. "Credulity" und ganz speziell "Hexenhaus" empfehlen sich derweil als Grenzgänger zum Doom Metal mit leichter Candlemass-Schlagseite (wobei Ersterer eine ähnlich skurrile Wirkung wie Dread Sovereign entwickelt) und dürften somit auch aufgeschlossenen Hammer of Doom-Besuchern munden. Ich kann euch viel erzählen - alles steht und fällt damit, dass "Hystero Epileptic Possessed" in seiner Gesamtheit eine echte Sogwirkung entwickelt.
"Eigentlich kann man von klassischem Metal sprechen" … Auflösung: Interpretation freigestellt. Dieses Album macht schlichtweg süchtig, es verfolgt mich derzeit wie ein Schatten und ich finde es auch noch geil!
Wichtig ist jetzt nur noch, wo ihr es euch besorgt. Der 28.08. soll nicht mehr stimmen. Die offiziellen Wege melden erst September - bei Label und Band ist diese musikalische "Droge" aber bereits erhältlich. Kauft, meine Kinder, kauft! (sw)

9/10