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THIRD STORM - The Great Manifestation

VÖ: 09. November 2018
Dark Descent Records

Kein Intro, gleich Vollgas, das Black Metal-Riffing will noch keine eindeutige Richtung andeuten. Die kurzen Doublebass-unterlegten Death Metal-Einschübe machen neugierig. Dann abrupt doomig mit schönem Brit Doom/Death-Lead und auf einmal öffnen sich die Tore. Okay, ihr habt meine volle Aufmerksamkeit (auch wenn ich Witze über den Titel "Prima Mobilae" machen könnte). Laut Fronter Heval Bozarslan sollten Third Storm bereits Ende der Achtziger genau so klingen. Schwer nachvollziehbar, ich dachte, die Band wäre neu. Aber wer nur zwei Demos rausbringt, 2015 mit komplett neuer Mannschaft nur eine 2-Track-EP vorlegt, darf auch als "neu" angesehen werden. Die Qualität zählt - und die stimmt soweit. Sauber druckvoller Sound, kernig-giftige Vocals und eine garstig-präzise Mischung aus schwedischem Black/Death und Doom, die mit Abwechslung punktet. Der vielschichtige Achtminüter "Forgotten Deity" gefällt mit Trauerweiden-Finish, "Through Eyes Of The Omnipresent" hingegen prasselt nah am Hyperblast hernieder, wie die Eindrücke, die man eben durch die Augen des Omnipräsenten bekommen würde. Das Highlight der technisch durchweg sauberen Dreiviertelstunde hört aber auf den Namen "The Third Thought From The Sun". Man startet schwarz-doomig, wieder mit britischen Zügen, unterbricht dissonant, um mit geiler Black/Death-Raserei abzuschließen. Davon doch gerne mehr.
Definitiv ein Album, welches man gerne öfter einlegen mag und mit zwei Hoffnungen behaftet ist. Erstens - nächstes Mal noch mehr die Stärken herauskitzeln. Zweitens - nicht wieder so lange warten.
Und ja - Michelangelo würde sich bei diesem Cover sicherlich im Grabe drehen… (sw)

8/10