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THRONUM VRONDOR - Ichor (The Rebellion)

VÖ: 01. Februar 2019
Pulverised Records

Das dritte Album des belgischen Black Metal-Trio Thronum Vrondor ist in mehrerlei Hinsicht etwas anders. Zum einen kennt man ihre Gesichter … weil man sie auf den Promo-Fotos sehen kann! Keine Kapuzen, kein Corpsepaint, keine bedeutungsschwangere Symbolik, keine Initialen als Namen-Ersatz (aber zumindest Pseudonyme) - alles ziemlich echt und real. Des Weiteren ist "Ichor (The Rebellion)" (erst mal?) auf die Vinyl-Zielgruppe zugeschnitten: 300 Stück in Schwarz, 100 Stück in Gold/Silber (exklusive beim Label) und 100 Stück in Rot (exklusiv beim Cudgel Vertrieb). Und zu guter Letzt hat man sich der Dampframmen-Stilistik verschrieben. Das Album drückt einen förmlich an die Wand und hat mehr mit Mightiest, Temple Of Baal oder alten Aeternus zu tun - Bass-verneinende Pandas werden hier zu allergischen Reaktionen neigen. Thronum Vrondor mögen es mächtig und kraftvoll - sie springen dich mit aller Wucht an. Dass man mal von einer bedrohlich-schönen Harmonie vermeintlich umgarnt wird (der Anfang von "Doom Upon Doom…"), ist die Seltenheit. Dementsprechend darf man auch songwriterisch nicht unbedingt die ganz üblichen Konventionen erwarten. Rebellisch, misanthropisch, gnadenlos und Melodien unterstützen nur das Gefühl von Unausweichlichkeit (z.B. die einsame Lead-Gitarre im Titelsong). Aber sie entwickeln trotzdem eine Sogwirkung, für die man mit beiden Beinen fest auf dem Boden stehen sollte. Und nach hinten raus wird das Album stärker (speziell das letzte Triple) und hinterlässt beim Hörer (zumindest bei mir) die Überlegung, was in West Flandern wohl noch so schlummert. (sw)

7,5/10