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THULSA DOOM - Realms Of Hatred (EP)

VÖ: 07. Dezember 2018
Invictus Productions

Über Thulsa Doom, also die Thulsa Doom, über die wir hier sprechen, ist im Internet wirklich überraschend wenig zu finden. Zwar macht Thulsa Doom in anderen Rollen Conan (dem Barbaren, nicht der Band) das Leben schwer oder blumigen, norwegischen Heavy Metal - nach mehr Spuren muss man aber tiefer graben als erwartet.
Thulsa Doom sind aus Italien und machen 90er-Death. Aber mehr so den südamerikanisch Angehauchten, etwa wie Sadistic Intent (US) oder Mortem (Peru). Es knallt also richtig, ganz ohne skandinavische Melodic-Einschläge oder zwanghafte Blastbeat-Krämpfe. "Realms Of Hatred" ist eine 6- oder 4-Track Demo, je nachdem, wie man zählt, die ordentlich vorlegt. "The Final Scourge" legt gut vor, zeigt aber noch vergleichsweise viele Thrash-Elemente. Vor allem gibt der Track uns schöne, kleine Tempo-Cuts, die fast ein wenig zu modern für das Konzept klingen - hübsch, aber unüblich für diese MC (!), was die Position des Tracks auf eben dieser zumindest diskussionswürdig macht. Was aber dann im Laufe der Kassette unter dem Namen "Demon Conjurer" folgt, macht richtig Lust auf eine Full-lenght. Hier gibt es zwar ein bisschen Melodie, allerdings so kurz, fuzzy und schmutzig, dass sie sich einfügt. Der folgende Song "Thulsa Doom" (wenn man das instrumentale Intro dazugehörig zählt) punktet ebenfalls mit cleverem, unverbrauchtem Songwriting, einem Stahlseil-Bass und vielleicht, ganz vielleicht, sogar mit winzigen Death-(Band)-Einschlag, gerade, wenn nicht geshoutet wird.
"Realms Of Hatred" kann etwas, was viele eingesessene Death Metal Bands nicht können: frische Riffs so liefern, dass sie Spaß machen und nicht im eingefetteten "so-klingt-Death-Metal-nunmal"-Kleid daherkommen. Der Geist der 90er-Jahre wird überlegen eingefangen, in dem Thulsa Doom nicht böse sein wollen und keine "Mogeleien" einsetzen, um eine "satanische" Atmosphäre zu konstruieren. Dazu trägt nur bei, dass nicht gegrowlt, sondern geshoutet wird.
Ist "Realms Of Hatred" technisch? Eher nicht. Aber technischer und vor allem mit mehr Konzept, als viele aktuelle DM-Releases, die in eine ähnliche Richtung wollen. Diese Demo ist einfach nicht "faul" geschrieben, jedes Riff hat seine Daseinberechtigung, es gibt keine Füllung, die nur da ist, um das Tape fertigzustellen. Zwar ist "Demon Conjurer" ein Glanzstück, aber kein Glückstreffer. Alle anderen Songs sind kleine "Demon Conjurer", aber nicht in der langweiligen Art und Weise.
Fans von Morbid Angel, Suffocation, Sadistic Intent und Pentagram (Chile) sollten unbedingt reinhören. Wenn da eine Full-lenght erscheint, ist ein neuer "Big Player" am Horizont! (jh)

9/10