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TONGUES - Hreilia

VÖ: 08. Dezember 2017
I, Voidhanger Records

Wenn jemand "in tongues" spricht, drückt er sich entweder gelehrt aus oder - für die Bibelfesten unter uns - "redet er in Zungen", sagt etwas, was andere nicht verstehen, spricht in unbekannten Sprachen.
So ähnlich ging es mir beim Debüt-Album von Tongues auch. Angefixt durch das schicke Cover wähnte ich mich bereits in altmodischen Death Metal Gefilden, werde aber von "Perennial Waves" erst mal von einer gar finsteren Shoegaze/Post Kram-Passage begrüßt, bevor die Dänen den ersten Knoten platzen lassen, welches gleich mehrere Fragen aufwirft. Ist es mehr Death Metal mit einem Faible für Avantgarde-ähnliche Gitarren, ist "… And The Ever Watchful Clouds" ein großer Death Metal-Truck, der von dissonant-psychedelischem Black Metal-Sprit angetrieben wird?! Oder liegt die Betonung eher in der Verdrehung dieser Komponente, die z.B. "Grove Of Mithridate" sogar zu einer faszinierenden Achterbahnfahrt macht?! Alles eingebettet in einen überraschend erdigen Sound, der dieses Fragezeichen abseits mir gut verträglicher Formate zumindest gut klingen lässt. Tatsache ist, dass die Band technisch und songwriterisch in der Lage ist, ihre skurrilen Wege auch umzusetzen. Ich würde mir zumindest ein bisschen mehr Greifbarkeit wünschen (nochmal "Grove Of Mithridate" und das tolle Endung von "Acumen Numinous"), aber trotz einer gewissen Faszination bleibt am Ende von "Hreilia" (dessen Titelsong ein beruhigendes Outro am Ende darstellt) immer wieder ein "Puh!" übrig. (sw)

6,5/10