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TRANSPORT LEAGUE - Twist And Shout At The Devil

VÖ: 28. Juli 2017
Rodeostar

In jedem zweiten Review wird sich darüber beschwert, dass das Rad nicht neu erfunden wurde. Ob überhaupt jede Band das Rad neu erfinden will? Ob es das braucht? Egal, denn endlich kann wohlwollend gejubelt werden, denn: Transport League kommen seit fast 20 Jahren verdammt nahe dran, ein eigenes Rad nur für sich allein zu haben. Und jetzt wird es schwierig, denn diese Schublade ist nahezu unmöglich zu beschreiben. "Boogie From Hell" nennt sich der Stil, irgendwo zwischen Doom Metal, Death'n'Roll, Groove, Neo-Thrash und einer winzigen Prise klassischem Rythm and Blues. So gemischt kommt auch der Titel des aktuellen Album "Twist And Shout At The Devil" daher, welches deutlich auf die Kultreleases "Twist And Shout" der Beatles und "Shout At The Devil" von Mötley Crüe anspielt. Bloß … so richtig will keine der beiden Bands in den Sound von "Twist And Shout At The Devil" passen. Oder soll es das gar nicht? Der "Boogie From Hell" ist vielmehr ein sehr warmer, rhytmuslastiger, brachialer, dichter Stil, wie bereits oben beschrieben. Stellvertretend dafür, stehen Vorschlaghammer wie "Cannibal Holobeast" oder "Zulu Zombie Zodiac". Eher in die Richtung Doom und Death'n'Roll gehen "Swine To The Shrine"“ oder der Rausschmeißer "Winter War". Dabei bleibt über die ganze Länge der Platte eine enorme Spielfreude beim Hörer hängen. Es sind fast nur Ohrwürmer auf dieser Platte, die alle mit einem gewissen Wortwitz in den Lyrics ausgestattet sind. Hier ist wohl eine gewisse Objektivität, zumindest eine Annäherung, wichtig: Wer Transport League mag, muss Bands mögen, die sich nicht allzu ernst nehmen. Erfahrungsgemäß haben viele Metalheads damit ein Problem. Wenn man aber ein wenig Spaß zulässt, muss anerkannt werden, dass Song für Song Riffs kreiert wurden, die abliefern, abliefern, abliefern. Fast nie erkennt man Riffs von anderen Bands wieder, es sei denn, dies ist gewollt, wie beim Aufmacher "Destroy Rock City". Nie hat man das Gefühl, es ist absichtlich in die Länge gezogen, selten kommt eine Spur Langeweile auf. Puristen, "Elite" und Trveheimer werden sich hiermit wohl nicht anfreunden können. Für alle anderen, gerade für Fans der sehr groovigen Fraktion, irgendwo zwischen Lamb Of God, Trivium und Havok, ist es eine Einzigartigkeit. Vor so viel Kreativität muss der Hut gezogen werden, keine Frage. (jh)

8/10