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ULTRA-VIOLENCE - Deflect The Flow

VÖ: 27. April 2015
Candlelight Records

Thrash Metal Fans seid gewarnt - eine Band, die sich nach dem Debütalbum von Death Angel benennt und deren Cover ein Ed Repka ziert ... euch könnte eine spontane Erektion heimsuchen. Also vorsichtig, nur für den Fall, dass ihr euch gerade an einem öffentlichen Platz befindet und euch in eure mittlerweile viel zu enge 80er Jahre Gedächtnis-Thrash-Metal-Jeans gezwängt habt. Die Jungs aus Turin (alle so um die 20 Jahre alt) sind sehr Bay Area Style geimpft, ob nun Exodus, Testament, Death Angel oder Metallica, die Einflüsse sind allgegenwärtig und dürften das Herz eines jeden Thrashers in Flammen setzen.
Und der erste Track "Burning Through The Scars" enttäuscht nicht, Stakkatoriffs und Highspeed rasieren mir meine sich erhebenden Nackenhaare ab, sehr geil. "Why So Serious?" kommt flott und melodischer um die Ecke, während "Gavel's Bang" sich im stampfenden Modus befindet. Und so geht es weiter, das Tempo wird immer schön variiert und es herrscht viel Abwechslung. Das musikalische Können ist beängstigend gut und die Spielfreude schlichtweg ansteckend und doch ist noch Luft nach oben, da die Songs teilweise einfach zu lang sind (vier Lieder knacken fast die sieben Minuten-Marke) und es nicht schaffen, über die ganze Dauer die Spannung aufrecht zu erhalten. Auch fehlt den Refrains der Wiedererkennungswert, da haben beispielsweise Bands wie Angelus Apatrida oder Havok klar die Nase vor. Gerade das Venom Cover "Don't Burn the Witch" zeigt, wie es geht, kurz und schnörkellos, ein Gitarrenriff und ein cooler Refrain - manchmal ist weniger halt mehr. Wenn man das Alter der Jungs bedenkt, ist das natürlich mehr als amtlich, was man hier hört und wird keinen Fan dieser Musikrichtung enttäuschen. Falls die Band in Zukunft an den erwähnten Punkten noch arbeitet, dann dürfte aus der anfangs erwähnten Erektion beim nächsten Mal ein Orgasmus werden. Ich bekomme meine 80er Jahre Jeans leider nur noch bis zu den Knien rüber, da werde ich jetzt wohl mal eine Runde joggen gehen, damit die bald wieder passt, könnte natürlich auch noch eine Runde Ultra-Violence hören und das eine oder andere Bier trinken. Ach egal, ich liebe das Geräusch von einer aufgehenden Bierdose am Morgen. (tf)

7,5/10