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UNDEAD - False Prophecies

VÖ: 27. April 2015
Listenable Records

Tja, da muss man sich schon mal zwischendurch die Ohren waschen und auf das aktuelle Datum kiecken, um zu checken, dass das hier eben nicht Death sind und auch mal wieder über zwanzig Jahre seit Chucks Anfangs- bzw. Mittelphase ins Land gezogen sind. Undead wandeln so sehr auf den Pfaden, die der geniale Amerikaner zu seinen Lebzeiten geebnet hat, dass ich echt nicht weiß: Ist das noch cool oder schon frech!?
Viel zu viele Bands da draußen scheissen heute auf jegliche Art von Individualität und wildern lieber in einem bereits völlig überlaufenen Revier und sind ja alle ach so Old School.
Aber war das nicht schon damals so, wer abschreibt, kriegt was mit dem Stock? Anscheinend ist das immer noch eine sichere Bank, einfach mal ein bisschen Trara um seine Identität zu machen (es ist fast nichts über die Musiker hier bekannt), das Cover mit dollem Sensenmann, und schön auf Nummer sicher in die Seiten schreddern.
Versteht mich nicht falsch, "False Prophecies" ist sicher kein schlechtes Album, aber muss man wirklich 90% kopieren? Selbst das Drumming klingt, als ob Bill Andrews den Hocker nie verlassen hätte. Der Pluspunkt der Scheiblette hier liegt klar auf der Hand: Wer Death gut imitiert und das ganze mit einer fetten Pestilence-Schlagseite (Gesang, Mameli/Van Drunen Anfang der 90er) abliefert, kann eigentlich nicht scheitern.
Hätte man diese acht Songs um den Jahrtausendwechsel auf die Welt geschmissen, als wir von der heutigen Old School Flut noch Jahre entfernt waren, hätte ich die volle Kelle gezückt.
Wie gesagt: Eigentlich eine dufte Sache und all die Nimmersatt-Deathrecken in der weiten Welt kriegen sicher einen feuchten Schlüpper, aber ich muss hier leider mit dem Zeigefinger wedeln und ein bisserl was abziehen. Spaß macht das hier aber allemal. (oem)

7/10