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UNDER THE CHURCH - Supernatural Punishment

VÖ: 10. November 2017
Pulverised Records

Das 2013er Demo war schon interessant, die "Under The Church"-EP (2014) vielversprechend, das Longplay-Debüt "Rabid Armageddon" (2015) ein saftiges Statement. Und ich bin mir sicher, den Grund zu kennen, warum "Supernatural Punishment" derzeit bei mir nicht aus dem Player will. Das Kern-Duo Lars und Erik (beide ex-Nirvana 2002) hat neue Rekruten an Bord und die sind - sagen wir einfach - auch nicht gerade unerfahren. Marcus Klack (ex-Morbid) und Erik Wallin (Merciless) an den Äxten und ins Mikro röhrt Erik Sahlström von General Surgery bzw. den von mir sehr geschätzten Crucifyre. Das erklärt einiges. Und wo Dismember Geschichte sind, Entombed sich wie im Kindergarten in die Haare kriegen und unzählige (verdammt gute, aber auch nur "nette") Elchtod-Nachahmer die Welt bevölkern, kommen Under The Church auf einmal aus den hinteren Reihen geschossen und servieren einen absoluten Volltreffer. Nicht alles ist perfekt, aber auf diesen neun wohl portionierten (alle Songs bleiben unter der Vier-Minuten-Marke!) Bestrafungsakten, hört man das so oft zitierte Herz, die unbändige Leidenschaft, die Entschlossenheit von gestandenen Herren (schätzungsweise jetzt wohl alle an der 40 vorbei), die den Jungspunden zeigen, wie man ranzigen, morbiden Death Metal urschwedischer Prägung mit einer erfahrenen Fuck You-Einstellung wahrlich zelebriert. Da muss kein Rad neu erfunden werden. "The Stygian Horror", "Crypt Of Pelvises" oder das endgeile "Staircase To Hell" sind dermaßen "Classic", dass es einem fast die Schuhe auszieht. "Vitalizing Funeral" ist jetzt schon der Songtitel des Jahres - der Track selbst killt auch noch. Wie abgefuckt das Start-Lead von "Ancient Ritual" doch ist - und dieser Beat erst … aaaaaargh!! "Wretched Disfigurement" ist Nachtreten deluxe. Diesem Drive kann man sich einfach nicht entziehen. So unnachgiebig - auch wenn es mal kein höheres Tempo ist, wie in "The Death Of Innocence" oder dem mit leckeren Autopsy-Bits garnierten "Silence Of The Shadows". Hach, und wieder so ein schönes Cover - ja, der Mathias Frisk von Vanhelgd hat das echt drauf.
Fazit: Noch so eine Steigerung hin zum dritten Album und die Konkurrenz kann mal einpacken. Bis dahin aber mindestens einen Auftritt auf dem nächsten Party.San! (sw)

8,5/10