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UNDERTOW - In Deepest Silence

VÖ: 06. Dezember 2013
Supreme Chaos Records

Wow! Wenn das mal nicht ein vollwertiges Nikolaus-Geschenk ist. Nach 20 Jahren harter Arbeit schenken Undertow den treuen Fans und auch sich selbst ihr wohl abwechslungsreichstes, gleichzeitig entschlossenstes und somit bestes Album. Die Mutmaßungen, es könne an der Aufstockung zum Quartett liegen, lasse ich mal im Raum stehen. Es kann aber nicht verneint werden, dass die Leads und Soli von Markus "Brandy" Brand dem Undertow-Sound nochmal neue Möglichkeiten bescheren. Dass man aber nach dem eh schon bockstarken "Don't Pray To The Ashes …" (2010) gleich ein solches Pfund vorlegt, hätte ich nicht gedacht. "In Deepest Silence" - das nunmehr siebte Album - ist voll mit Highlights, mit denen die Schwaben sich nochmals in alle Richtungen neu ausloten. Angefangen beim Erwartungen schürenden Intro "Barfaced" - als Startrampe für den wie selbstverständlich zuschlagenden Opener "Canvas Ghosts". Weiterhin bei der intensiven Ballade "Inside Out" und dem zwar gemächlich, aber richtig satt groovenden Titelsong mit seinem sich hartnäckig festbeißenden Refrain. Ein großes Kompliment an Gitarrist/Sänger Joschi, der auf dem gesamten Album eine beeindruckende, gefühlsstarke Leistung abliefert. Auf der ganz harten Seite stehen dafür neuerdings Querverweise gen Thrash und machen das garstige "Everember" und das unterschwellig bittere "These Boots Are Made For Stalking" (geil!) zu weiteren Perlen, die sich perfekt mit Album-Kollegen ergänzen. Der ehemalige "deutsche Crowbar"-Faktor ist eigentlich nur noch seelisch zu erkennen, kommt aber cool rüber, wenn er wie in "The Strain" auf einmal in ein kräftig zupackendes Metal-Riff umswitcht. Der Sound und auch Joschi's Stimme werden diesen Vergleich wahrscheinlich irgendwie immer wieder zu Tage fördern … doch mal im Ernst, liebe Freunde: Man muss schon ziemlich taub sein, wenn man nicht erkennt, dass Undertow heutzutage - und "In Deepest Silence" insbesondere - wahnsinnig erwachsen, beeindruckend eigenständig, von allen Zwängen gelöst und schlichtweg höllisch selbstbewußt klingt. Klingt für mich nach Spitzenklasse! (sw)

9/10