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VAMPIRE - With Primeval Force

VÖ: 21. April 2017
Century Media

"Zu viele" Bands hört man, wenn sogar solche deinen Weg kreuzen, die du aufgrund eines falsch assoziierten Bandnamens ignoriert hast. Und somit bekomme ich von Vampire mit ihrem zweiten Longplayer "With Primeval Force" den Kopf gerade gerückt. Assoziationen hin oder her - was mir hier entgegenschallt, hätte mir bestimmt schon auf dem selbstbetitelten Debüt aus 2014 gefallen. Sicherlich hat man die Truppe aus Göteborg bereits schon mit großen Namen wie Dissection oder Watain beschrieben. Hört man allein das Ending im Opener "Knights Of The Burning Crypt" mit seinen unterlegten Akustikgitarren, kann man die Dissection-Luft förmlich riechen. Vampire können aber mehr und auch anders. Eigentlich zu filigran für Desaster-Supporter, aber bestimmt auch nicht tiefgründig genug für Watain-Ritualisten, schmeisst das identitätslose Quintett (nur Pseudonyme) mit einigen klassischen Metal-Einflüssen um sich, ohne sich billig teutonisch anzubiedern. Das Dunkle behält immer die Oberhand, wie "Initiation Rite", "Metamorfosis" oder "Midnight Trial" beweisen. Der einzige "Longtrack" mit über sechs Minuten ("Revenants") gibt sich seiner Charakteristik entsprechend atmosphärisch dicht, Speed-getränktes wie "He Who Speaks", "Ghoul Wind" oder dem fiesen Schlitzer "Skull Prayer" (jawoll!) zeigt die Band entfesselt mit aggressivem, aber immer filigranem Riffing und sauber integrierten, melodiösen Soli. Und am Ende der 38 Minuten sitze ich da und habe wieder das berühmte Sprichwort mit dem Buch und dem Umschlag im Kopf, woraus sich ein einfaches Fazit ergibt: Bockstarkes Album einer Band, die ich ernster nehmen muss, als ursprünglich erwartet. (sw)

8/10